Demo gegen Schüler-ID: Berlin
hi,
hier ein Aufruf zu einer Demo am 25.02.09 in Berlin. Hingehen!
am Mittwoch gibt es die erste Demo gegen die Schülerdatei….
Nicht zuletzt auf Basis unser Intervention, das musste der bei der Bildungsverwaltung angestellte Projektleiter der Schülerdatei Herr Wilmes bei der Landesschulbeirats-Sitzung zugeben, wurde das Konzept der Datenerhebung aller Schüler Berlins marginal verändern. Ricardo und ich hatten dort sogar ganz gegen die Regel, den wir sind ja kein Mitglied irgendeines Schul-Gremiums, Redezeit! Auch war sich Rot-Rot ja offensichtlich seiner eigenen Mehrheit nicht
sicher, wenn Sie die CDU ins Boot holten.Nur so ist das deutliche Stimmergebnis zu erklären:
Pro: 108, Gegen: 33, Enthaltung 1
Wir haben getan, was wir in der derzeitigen Situation tun konnten.Und ja, wir machen weiter!
DEMO GEGEN DIE SCHÜLERDATEI
Unter Federführung unseres Bündnispartners “Bildungsblockaden einreißen!” ist für den 25.02.09 (Mittwoch) eine Demo gegen die Schülerdatei geplant.
Termin: 25.02.09 – 16:00 Uhr
Ort: Axel-Springer-Str. Ecke Beuthstr. (Senatsverwaltung für Bildung)Wir bitten Euch möglichst zahlreich an dieser Demo teilzunehmen und lautstark eure Meinung gegen zentrale (Vorrats-)Datenverarbeitung kund zu tun. Offensichtlich macht sogar das Wetter mit…
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Weitere infos auf www.schuelerdatei-berlin.de
Netz-Sperren : Brief an Provider
Ein Brief an meine Netzbetreiber (Alice und Vodafone):
Sehr geehrte Damen und Herren,
in der derzeit statt findenden Diskussion, ob in Deutschland Internetsperren eingerichtet werden sollten oder nicht, möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich einer Vertragsänderung hierzu Ihrerseits nicht akzeptieren werde.
Laut Medienberichten gehören Sie zu den Providern, welche bereit wären einen (wie auch immer gearteten) Vertrag mit dem BMI zu unterzeichnen, welcher Sie verpflichten wird die Internet-Anschlüsse Ihrer Kunden zu beschränken.
Ich verstehe die enorme Priorität des Kampfes gegen Kinderpornografie. Ich selbst habe mich in diesem Bereich aktiv gezeigt – Stichwort “Hacker gegen Kinderpornografie” oder “Netz gegen Kinderpornografie”.
Netz-Sperren sind aus meiner Sicht aber kein Mittel um diese schrecklichen Verbrechen ein zu schränken. Vielmehr müssen die Urheber und die Verbreiter solcher verabscheuungsswürdigen Inhalte dingfest gemacht werden. Wie bekannt wurde, haben hier die deutschen Behörden ihre Hausaufgaben nicht gemacht – viele der auf der designierten Sperrliste befindlichen Server haben Ihren Standort in Deutschland.
Ich sehe vielmehr den Versuch solche Sperren ein zu führen im Kontext der Veränderungen der letzten Jahre: viele Entwicklungen deuten im Allgemeinen darauf hin, dass Bürger immer mehr in Ihren Grundrechten – und dazu gehört in dem Fall das Fernmeldegeheimnis, die Meinungsfreiheit und andere – eingeschränkt werden. Nicht nur die letzten Überwachungs-Gesetze haben uns dies gezeigt.
Es steht daher offen zu Vermuten, die Sperren gegen Kinderpornografie seien nur der Anfang einer ganzen Sperr-Welle. Eine solche Sperr-Infrastruktur wird über kurz oder lang auch gegen andere Webseiten angewandt werden. Die Erfahrung lehrt, dass dies alsbald auch dem Staat “unliebsame” Angebote sein werden.
Ich fordere Sie daher eindringlich auf, einen Vertrag, welcher Sie zu Internetsperren verpflichtet, im Sinne der Bürger- und Freiheitsrechte nicht zu unterzeichnen. Verwenden Sie die nötigen Investitionskosten lieber dazu, Hinweisen auf solcherlei Verbrechen nach zu gehen und den Behörden im Rahmen geltender Gesetze bei deren Bekämpfung zu unterstützen.
Sollten Sie einen solchen Vertrag dennoch eingehen kündige ich an, meine monatlichen Gebühren entsprechend eigenmächtig zu mindern oder den Vertrag fristlos zu kündigen.
Viele Grüße,
xxxxxxxx
Ich bin mal gespannt ob ich darauf überhaupt Antworten bekomme.
Ob dies Sinnvoll ist oder nicht – darüber lässt sich streiten. Ein Symbol jedoch ist es allemal. Ich würde mich freuen wenn möglichst viele einen solchen Brief / email an Ihre Provider schicken würden.
K-Link-Sammlung
- So könnte die deutsche Sperr-Stopp-Seite aus sehen
- Kinderporno-Sperren im Internationalen Vergleich – mit Linksammlung unten
Netzsperren gegen Kinderporno – Vertrag boykottieren?
Der CCC hat vor einigen Tagen einen Vetragsentwurf veröffentlicht, welcher versucht Provider in die Pflicht zu nehmen die vom BKA angestrebte Internet-Sperrliste um zu setzen.
Es gibt wohl bisher 8 Provider die generelle Zustimmung signalisiert haben. Aus der Branche ist aber zu höhren, dass – wenn überhaupt – eine solche Regelung nur auf gesetzlicher Grundlage erfolgen kann.
Obwohl ich bisher die Namen dieser “willigen” Provider nicht raus finden konnte kam mir eine Idee:
Einen Brief zu gestalten, welcher jeder an seinen Provider schicken kann in dem angedroht wird zu kündigen – sollte der Provider einer solchen (ungesetzlichen) Sperr-Vereinbarung beitreten. Statt kündigen könnte man auch über Minderung der Gebühren nachdenken?
Was haltet ihr davon?
Update: WD hat im heise-Forum einen schönen Beitrag zur aktuellen Diskussion geschrieben. Lesenswert!
iButton unter Linux benutzen
Nach einigem Hin- und her konnte ich einen Weg finden, wie man den iButton samt OneWireViewer unter Linux problemlos benutzen kann. Die folgende Beschreibung ist etwas technisch
Ich gehe bei der Beschreibung von einem aktuellen Ubuntu Linux Intrepid (8.10) i686 (=32bit) aus.
Grundlegendes
Der iButton ist ein kleines Batterie-Ähnliches Gerät, welches man zum Messen von Temperaturen nutzen kann. Es ist damit möglich sog. “Missionen” in Auftrag zu geben welche definieren, in welchem Zeitraum, in welchem Abstand und in welcher Genauigkeit Temparaturen gemessen und gespeichert werden. Das Gerät ist dabei Netz-Unabhänig und speichert je nach Ausführung und Einstellungen etwa 8000 Werte. Näheres dazu in der Wikipedia.
Hardware
Für meinen Aufbau habe ich folgende Geräte beim Fuchs-Shop erworben:
Beim Einstecken des USB-Adapters wird ein Gerät /dev/ttyUSB0 erzeugt. Das sollte man überprüfen bevor man weiter macht. (einfach in /var/log/syslog schauen, dmesg benutzen oder in das Verzeichnis /dev schauen). Das iButton OneWireKabel steckt man in diesen Adapter hinein, der iButton wird dann wiederrum in das Kabel eingesteckt.
Java-installation
Für den OneWireViewer (=Software zum Auslesen des iButtons) muss man sich Java installieren. Das geht mit Ubuntu sehr einfach mittels Packetinstallation auf der Konsole:
sudo apt-get install java-common sun-java6-bin sun-java6-jre sun-java6-plugin sun-java6-jdk
Die Abhängigkeiten muss man mit installieren.
Wichtig ist hier vor allem, dass Sun Java installiert wird – es gibt zahlreiche andere Packete die auch Java-Support bieten. Der OneWireViewer funktioniert aber leider nur mit den Java-Versionen von Sun! (nicht IBM, nicht GCJ!). Sämtliche andere Java-Versionen sollte man vom System entfernen, sonst gibt es zumindest Probleme beim automatischen Start. Weiteres dazu auch im Ubuntuusers-Wiki.
rxtx – Treiber – deb installation
In den Quellen von Debian und Ubuntu gibt es das Packet “librxtx-java”. Einfach mittels “apt-get install librxtx-java” installieren. Dann kann man sich die manuelle Installation sparen.
rxtx – Treiber – Manuelle Installation
RXTX ist ein Treiber für das iButton-Lesegerät, welches man sich installieren muss. Er besteht vereinfacht gesagt aus zwei Teilen: einem Hardware-Treiber (.so) und einer Java-Komponente (.jar) damit der OneViewerViewer mit dem Lesegerät sprechen kann.
Um es sich zu installieren lädt man sich die letzte RXTX-Version (2.1.x) im Quelltext (src) von dieser Seite herunter. In meinem Fall war das rxtx-2.1-7r2.zip.
Nun wechselt man das in das Verzeichnis, in dem man das Zip-Archiv gespeichert hat und geht in etwa folgende Schritte durch:
unzip rxtx-2.1-xx
cd rxtx-2.1-xxx
./configure
make install
Vorher muss man allerdings dafür gesorgt haben, dass man Software auf seinem System selbst kompilieren kann – man braucht zumindest make, gcc und deren (viele) Abhängigkeiten.
Das ganze ging bei mir schief, es kam ein Fehler:
libtool: install: `i686-pc-linux-gnu/librxtxRS485.la’ is not a directory
Try `libtool –help –mode=install’ for more information.
make: *** [install] Fehler 1
Man kann dem aber nachtreten, in dem die erzeugten zwei Dateien manuell ins richtige Verzeichnis kopiert werden. Man benötigt eigentlich nur
- RXTXcomm.jar
welche ich mir in /usr/lib/jvm/java-*/lib/ kopiert habe. Durch die installation von JRE und JDK auf meinen PC (siehe Java-Installation oben) gibt es unter /usr/lib/jvm/ zwei java-verzeichnisse, in beide ‘lib’ Unterverzeichnisse habe ich mir die Datei hinein kopiert.
Diese findet man in dem Verzeichnis von dem aus man “make” eingegeben hat. - librxtxSerial.so
in /usr/lib. Mittels ‘ldd’ kann man noch die generelle Lauffähigkeit und eventuell fehlende Abhängigkeiten prüfen.
Diese Datei befindet sich vom Verzeichnis i686-pc-linux-gnu/.libs/ .
OneWireViewer starten
Nachdem man die Hardware zusammen gesteckt hat (s.o.) und die Installation abgeschlossen ist, kann man den OneWireViewer starten. Er sollte ohne Installation mittels JavaWebStart aufgehen: OneWireViewer starten.
Startet der Viewer gar nicht erst, muss man seine Java-Installation überprüfen. Siehe oben.
Nach dem Start fragt die Anwendung nach dem entsprechenden Anschluss. In meinem Fall ist dies /dev/ttySUSB0. Die restlichen Fragen kann man erstmal einfach mit “Weiter”/”Next” übergehen
Mir bekannte Fehlerquellen
- “NullPointException” –> der RXTX-Treiber funktioniert nicht oder wird nicht gefunden. Siehe auch oben…
- Could not open port … –> evtl. muss der COM-Port andere Lese-Rechte bekommen. Den OneWireViewer einfach mal als Root starten (sudo).. wenn es dann geht, kann man mittels chmod die Schnittestellen-Berechtigungen setzen. Achtung: das setzt sich bei jedem Start zurück!
- Das Adapter-Kabel wird gar nicht erkannt: Nehmt den iButton beim Start raus. Startet der Viewer dann, ist der iButton evtl. defekt. Zum nachprüfen bei gestartetem Viewer den iButton einstecken – geht dann auch die Verbindung mit dem Adapter verloren, ist der iButton wirklich defekt (=Kurzschluss-Effekt). Gleiches gilt, wenn der Viewer Fehler beim RTC (Uhr) Einstellen meldet.
- mit RXTX 2.2 (beta) scheint das ganze zwar auch zu funktionieren, ich bekomme aber ab und an Fehlermeldungen wenn ich Missionen aktivieren will.
Wie man von hier aus weiter macht, beschreibt recht gut dieses Blog.
Über Anregungen, Hinweise oder Verbesserungen würde ich mich freuen – nutzt dazu einfach die Kommentar-Funktion.

iButton Linux Screenshot
Danke an Unbekannt
Nein, diese Kriminellen!1elf!!!
Wolfgang Schäuble warb doch tatsächlich dafür, die Seite des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung zu besuchen. Da berichten auch schon mal Mainstream-Medien drüber.
Danke.
Vorratsdatenspeicherung und EuGH : noch lange nicht rechtens!
Wie heute bekannt wurde, hat der Europäische Gerichtshof die Rechtsgrundlage, auf derer die Vorratsdatenspeicherung in der EU begründet ist, für rechtes erklärt. Das EuGH hat damit nicht die Rechtmäßigkeit anhand von Verhältnismäßigkeiten, Freiheits- oder Menschenrechten geprüft!
Das bedeutet noch lange nicht, dass die Vorratsdatenspeicherung selbst rechtens ist. Auch wenn das die Medien derzeit so suggerieren. Aus meiner Sicht – und damit bin ich nicht allein – ist sie dies auf keinen Fall!
Die Klage am Bundesverfassungsgericht läuft noch – und das wird auch noch dauern. Doch haben die zwei einstweiligen Verfügungen des Bundesverfassungsgerichtes gegen die Vorratsdatenspeicherung gezeigt, dass die gesamte Maßnahme auch dort sehr kritisch gesehen wird. Nötigenfalls ziehen wir vor europäische Gerichte – zusammen mit 34.443 Klägern. Erst dann wird dort geprüft werden ob die Vorratsdatenspeicherung wirklich rechtmäßig ist.
Aufruf: Netzsperren umgehen?
Wie bekannt, will unsere Familienministerin mit aller Macht Netzsperren gegen Kinderpornos einrichten lassen.
Kampf gegen Kinderpornografie wichtig
Schon in den Anfängen des Internets habe ich mich selbst gegen Kinderpornografie im Netz engagiert, “Hacker gegen Kinderpornos” oder “Netz gegen Kinderpornos” waren die Initiativen welche das (mehr oder minder organisiert) schon getan habe bevor die Polizei ihre “Kompetenzzentren” errichtet hat. Die Arbeit war auch recht erfolgreich, sehr viele Server verschwanden “durch Zufall”
vom Netz und tauchten auch nicht so schnell wieder auf.
Gestern
Mit der Kommerzialisierung des Internets Ende der 90iger Jahre traten dann auch die Ermittlungsbehörden ins Netz ein. Anfangs natürlich völlig ohne Plan, dann immer weiter professionalisiert. Die Mittel und Methoden, die sie dabei verwenden oder verwenden wollen, sind dabei aber mehr und mehr fraglich. Dabei trat bei vielen, die mit Ihrer Arbeit vorher viel Gutes getan hatten, ein Gefühl ein, die Polizei würde sich “schon darum kümmern”. Dies drückt sich auch darin aus, dass die Heise-Aktion “Netz gegen Kinderporno” für erfolgreich beendet erklärt wurde. Die Folge war das Einschlafen vieler, die sonst sehr erfolgreiche Arbeit getan hatten.
Heute
Dabei sind die Ermittlungsbehörden offenbar längst nicht so erfolgreich, wie viele dies vermuten würden. Auf der schwedischen und schweizerischen Sperrliste sind auch einige in Deutschland untergebrachte Server gelistet. Diese scheint es offenbar schon seit Jahren zu geben – und müssten den Behörden eigentlich bekannt sein.
Nun frage ich mich, wie es sein kann, dass bei einem einfachen Verdacht auf KiPo Wohnungen durchsucht, Material beschlagnahmt und Leute damit diffamiert werden. Ja sogar ihren Job und Familie verlieren. Aber in deutschen Rechenzentren laufen die Server weiter?
Morgen
Offenbar also zu blöd, die Server zu beschlagnahmen und ggf. sogar die Täter dahinter fest zu nageln, wird jetzt versucht, Technologie zu benutzen um den Zugang zu kinder- oder jugendpornografischen Inhalten im Internet zu verhindern. Dabei weiss jeder, der sich mit Netzsperren auskennt, dass hier maximal ein “erschwerter Zugang” ermöglicht aber nicht verhindert werden kann.
Sämtliche Netzsperren haben grundsätzliche Probleme wie:
- sie laufen der Entwicklung immer hinterher
- können einfach umgangen werden
- geben einen Hinweis darauf, welche Seiten “extra Interessant” sind
- erschweren Ermittlungen (da die Zugriffsversuche keinen eigenen Straftatbestand darstellen können und die sperrenden Zugangsanbieter die Zugriff-Versuche nicht protokollieren dürfen)
- werden erstellt durch Ermittlungsbehörden und nicht durch eine zweite Instanz (Richter o.ä.) kontrolliert.
- technische Umsetzung relativ teuer und aufwändig
Übermorgen
Zu den Problemen oben kommt ein weiterer sehr wichtiger Punkt: Zensurmöglichkeit. Ist einmal die Infrastruktur für Netzsperren geschaffen, können dann mit einfachen Mitteln weitere Webseiten gesperrt werden. Vorstellbar wären anfangs Nazi-Webseiten, als nächster Schritt Urheberrechts-problematische Seiten / Dienste und schließlich gesellschaftskritische oder jugendgefährdende Angebote. Nach der Errichtung erster Netzsperren sehe ich schon den Buchhandel / Contentindustrie Netzsperren fordern. Wie diese Salami-Taktik funktioniert haben wir ja an den Maut-Erfassungssystemen auf den Autobahnen gesehen.
Gegen KiPo – aber trotzdem gegen Netzsperren
Aus den o.g. Gründen bin ich völlig gegen sämtliche Ansätze, das Internet zu zensieren. Natürlich muss KiPo auch im Netz bekämpft werden. aber ohne dieses Mittel. Doch genau diese differenzierte Sicht wird in der Gesellschaft nicht getragen – vielmehr fördern die Medien den Normal-Bürger ja indirekt auf, für Netzsperren zu sein. Es wird als Allheilmittel verkauft. Und “problemlösende Politiker” sind ja bekanntlich beliebt. Auch wenn es Schwachsinn ist, was sie verzapfen. Wir werden wohl zusehen müssen, wie dieses Thema auch in den anstehenden Wahlkämpfen von CDU/CSU gebraucht werden wird, um freiheitsliebende Parteien in die Enge zu treiben.
Update: siehe “Hausdurchsuchung wegen Blog-Verlinkung?”
Update2 : DNS-Server, die weder Zensieren noch Loggen.
Bahn-Skandal : nur die Spitze des Eisbergs
Ein Arbeitskollege von mir zuerecht darauf hin, dass die derzeitge Diskussion um Bespitzelungs- und “Datenabgleichs”-Affähren nur die Spitze des Eisbergs sind – und wir brauchen uns eigentlich gar nicht zu Wundern. Unsere Bundesregierung lebt genau diesen Stil vor!
Man sollte sich bewusst werden, dass ein solches oder ähnliches Vorgehen in Unternehmen völlig der Norm entspricht. Die bekannt gewordenen Fälle sind nur deshalb aufgeflogen, weil jemand gepetzt hat. Vielmals ist es auch völlig legal, was die Unternehmen treiben. Leider.
Ein Beispiel: steht im Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarung was davon drin, dass Telefon, Email und Internetzugang nur zur Dienstlichen Benutzung überlassen werden, dann ist der Arbeitgeber lt. geltendem Recht durchaus berechtigt dies auch zu Überwachen. Ggf. zwar noch unter Einbeziehung des Betriebsrates – aber welche Konzerne haben schon IT-Profis im Betriebsrat? Wer keine Ahnung hat, kann auch nicht verhindern dass es zu – sagen wir es so – “Übertreibungen” kommt.
Zudem lässt die Sensibilität wenn es um Daten geht überhaupt in der Gesellschaft zu wünschen übrig. Selbiges gilt dem entsprechend auch für Verantwortliche in Unternehmen. Zur Erreichung des Ziels wird da wenig drüber nach gedacht, ob dies oder jenes noch Verhältnismäßig relativ zu Arbeitnehmer- oder gar Bürgerrechten ist.
Dabei haben die bekannt gewordenen Fälle bei der Bahn, Telekom oder Lidl gezeigt was man so alles mit angefallen Daten anstellen kann. Ich hoffe dies führt mittelfristig dazu, dass auch Laien zumindest erahnen werden was man mit Daten alles anfangen kann. Idealerweise nehmen sie dann auch den Ansatz “Nicht speichern ist der beste Datenschutz” für sich an.
Da nutzt es auch wenig, dass verschiedene Kreise einen verbesserten Arbeitnehmerdatenschutz fordern. Gut, es ist ein Anfang. Auf der anderen Seite aber ein Gesetz einführen zu wollen, wonach man quasi speichern kann was man will (bzw. gerade noch begründen kann) ist Heuchelei! Hier könnte man vermuten, damit die seit 1998 bestehenden Widerstände der Wirtschaft gegen ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz brechen zu wollen.





