eingetragene Lebenspartnerschaften stärker fördern?
Angesichts von doch sehr bös-konservativen Ansichten in einem CDU-Verband möchte ich auch mal was zu eingetragenen Lebenspartnerschaften (Kurz: “Homo-Ehe”) sagen.
Meiner Meinung nach darf jeder auf seine bevorzugte Weise glücklich werden. D.h. auch z.B. Rechte und Pflichten in “Homo-Ehen” eingehen, wie sie in einer echten Ehe üblich sind. Da gibt es sicher auch noch Verbesserungsbedarf, gerade wenn es um Erbfolge- oder Auskunfts- und Vertretungsrechte geht.
Doch wenn es darum geht, die “Homo-Ehe” der normalen Ehe gleich zu stellen – dann melde ich zumindest Bedenken an. Es geht hier ja auch um die Frage, in wie weit wir als Gesellschaft das Zusammenleben finanziell fördern wollen. Immerhin gibt der Gesetzgeber mit der gemeinsamen Veranlagung zur Lohnsteuer (Steuerklasse 3+5) ein gewaltiges Stück Erleichterung für Familien.
Warum gibt es das eigentlich? Warum werden Ehepartner so “bevorzugt” gegenüber Ledigen?
Ich meine, das hat zumindest irgendwas damit zu tun, dass es hierbei um die Förderung des Kinder-bekommens und deren -erziehung geht. Wenn das stimmt, wäre dann diese Förderung für “Homo-Ehen” gerechtfertigt? Spontan würde ich nein sagen, denn die biologische Möglichkeit zur Fortpflanzung ist kaum gegeben. Bei Frauen höchstens die künstliche Befruchtung, ansonsten natürlich die Adoption.
Würde man nun die gemeinsame Veranlagung in “Homo-Ehen” davon abhängig machen, ob das Paar Kinder hat – so wäre aber dennoch eine Ungerechtigkeit in der Welt: aus nicht allen normalen Ehen gehen Kinder hervor, sei es absichtlich oder biologisch begründet.
Dies lässt mich das gesamte System zur gemeinsamen Veranlagung in Frage stellen. Wenn es (nur) um die Kinder-Förderung gehen würde, so müsste man dieses mit einem System ersetzen, welches eben die Förderung ausschließlich auf “Kinder ja/nein” oder “Anzahl Kinder” fokussiert.
Oder geht es doch um etwas anderes? Soll evtl. doch die traditionelle Ehe gefördert werden – unabhängig von Kindern? Das GG kennt da ja den Schutz der Ehe und Familie. Nochmal: Ehe UND Familie. Zwei Dinge, die nicht unbedingt das Gleiche sind.
Wie seht ihr das?
Comments
2 Kommentare on eingetragene Lebenspartnerschaften stärker fördern?
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Suat on
Mo, 30th Nov 2009 1404
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fasel on
Mo, 30th Nov 2009 2018
Das GG meint Ehe, weil das wohl mal als übliche Form des Zusammenlebens galt und man sich nix anderes hat vorstellen wollen. Heute kommt dieser Status nur noch einem kleinen Teil der Bevölkerung zu Gute, der Rest übt sich – Freiheit und Individualismus sei dank – in Lebensgemeinschaften, die nicht mehr vor allem den alten Konventionen folgen, sondern am ehesten zu den persönlichen Bedürfnissen der Involvierten passen. Patchwork stellt sich für Familien häufig als angenehmer heraus, als Ehe i.S.v. unflexibler Lebensbund.
Die Förderung der Ehe darf meinetwegen so bleiben, aber sie hat in meinen Augen den gleichen Stellenwert wie eine generelle Begünstigung(Belohnung) von Lebenspartnerschaften. Denn das ist eigentlich etwas Pragmatisches und sollte auch als solches wahrgenommen werde. Ob Konservative jetzt meinen, das hetero-monogame Mama-Papa-Modell sei für Kinder das einzig richtige ist da ziemlich egal, weil gesellschaftliche Realitäten anders ausschauen und wir zum Glück nicht im Gottesstaat leben.
Homos, Queers und viele andere, die sich ausserhalb der Ehe-Idee aufhalten mögen sich vielleicht sogar mal multiplizieren. Das kann man verbieten oder sich damit zurechtfinden.
Ich finds super.
quatsch, nach der Logik dürften ja auch hetero-ehen die unfruchtbar sind keine Förderung bekommen.
Davon abgesehen gibst du dir die Antwort ja selbst: Ehe und Familie ist was anderes.
Ehe sollte auch für homosexuelle erlaubt sein, keine Frage. Inklusive Adoptionsrecht und allem. Die Förderung für Ehen kann man von mir aus generell zurückfahren, aber diskriminierung darf nicht sein.
Die Frage sollte also eher lauten: Warum Ehen überhaupt fördern?





