Die Heuchelei um PID

Der Bundestag debattiert heute wieder über die PID – die Präimplantationsdiagnostik.

Stark verkürzt geht es darum, künstlich befruchtete Eizellen vor der (künstlichen) Implantation in die künftige Mutter auf genetische Schäden hin zu untersuchen. Werden abweichende genetische Ausprägungen gefunden, wird der Embryo verworfen.  Dies soll Paaren mit bestimmten genetischen Konstellationen helfen, doch noch ein gesundes Kind zur Welt zu bringen. Derzeit werden 2% der Schwangerschaften  (die zur Geburt eines Kindes führen) in Deutschland nach einem Verfahren ausgelöst, die eine solche PID überhaupt möglich machen.

Gegner dieses Verfahrens argumentieren gern damit, dass hier zwischen unwertem und wertvollem Leben unterschieden werde. Dies dürfe der Mensch nicht tun. So auch heute morgen Ulla Schmidt (SPD,  Gesundheitsministerin a.d.) im ARD-Morgenmagazin, die sich deshalb dort nochmal gegen die PID aussprach.

Befürworter wiederum betonen die Chancen für Eltern, die sonst mit hoher Wahrscheinlichkeit kein gesundes Kind auf die Welt bringen können. Zudem werfen sie Gegnern gern Technik-scheue vor oder schieben sie in Erz-Konservative Gefilde.

Die Debatte, wie sie gerade von Gegnern geführt wird, halte ich für Heuchelei. Es wird völlig außer acht gelassen, dass diese Selektion auch heute schon stattfindet: in der Pränataldiagnostik gehört es zu Standard-Untersuchungen, auf Fehlbildungen und mögliche genetische Schädigungen hin untersuchen (z.b. auf die Wahrscheinlichkeit einer Trisonomie 14). Wird eine problematische Diagnose gestellt, kommt es oft zu Schwangerschaftsabbrüchen – auch nach dem 3. Schwangerschaftsmonat.

Eine Selektion findet also schon statt, tagtäglich. Wer ernsthaft PID aus diesem Grund ablehnen will, muss sich dazu auch äußern.

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