Mitgliederzulauf durch BGE-Beschluss erwartbar

Die Piratenpartei hat auf ihrem Bundesparteitag beschlossen sich für ein Bedingungsloses Grundeinkommen einzusetzen. Die Abstimmung war denkbar knapp, nur 3 Stimmen hätten anders gezählt werden müssen, schon wäre es abgelehnt worden.

Danach kam mir zu Ohren, dass wir nun mit massiven Mitglieder-Austritten rechnen müssten. Dem entgegneten heute einige Vorstände, dass wir derzeit mehr Ein- als Austritte sehen.

Das war erwartbar! Wer einfache „Lösungen“ für hoch-komplexe Probleme anbietet, hat immer Zulauf. Noch dazu dann, wenn man als Gruppe darauf wert legt, besser „als die anderen“ zu sein (Beispielsweise Aussagen wie „wir sind nicht bestechlich“). Vorallem dann, wenn sie idealistisch/ideologisch geprägt sind. Das mussten wir in der Geschichte leider schon öfters lernen.

Weder sind wir besser als die anderen, noch haben wir die Weisheit mit Löffeln gefressen. Unter den politischen Parteien sind die Piraten im Moment maximal die einäugigen unter Blinden, was demokratische Mitbestimmung angeht. Wenn 2/3 des Parteitags meinen, dass sie diese Partei auf dem einen Auge auch noch blau schlagen müssen und mit einfältigen Ideen den sozialen Frieden gefährden, dann kann nichts weiter als eine gutgläubige, voll-blinde Partei dabei raus kommen, die immer mehr Menschen diesen Typs anzieht.

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Eine Antwort auf Mitgliederzulauf durch BGE-Beschluss erwartbar

  1. Hallo Vali,

    Ich habe auch damit gerechnet, dass es nach dem Beschluss sowohl zu Eintritten als auch zu Austritten kommt. Aber Eintritte machen die Austritte ja nicht wett – vielleicht quantitativ, aber nicht unbedingt qualitativ. Uns gehen ja aktive und „verdiente“ Piraten verloren. Das ist nicht schön, aber wahrscheinlich die unausweichliche Konsequenz eines jeden „kontroverseren“ Beschlusses.

    Ich empfinde ein BGE übrigens nicht als einfache Lösung für hochkomplexe Probleme. Es ist zwar einfach beschrieben, aber irgendwie verstehen es die meisten dennoch nicht. Ich erlebe es eben zu oft, dass Leute ein BGE mit anderen Worten fordern, aber ein BGE mit diesen 3 Buchstaben ablehnen. Ich erinnere mich dabei auch an Sätze wie: „Wie stehst du zu einem BGE, also ein richtiges BGE und nicht eine negative Einkommensteuer?“
    Bitte was? Eine negative Einkommensteuer, die nicht unter das Existenzminimum fallen darf, ist ein BGE-Modell von vielen. Warum das also ausnehmen?

    Und überhaupt:
    Wieso ist ein BGE eine Ideologie?
    Wieso gefährdet ein BGE den sozialen Frieden?

    Unabhängig vom BGE-Thema kann man einen Satz von dir jedoch nicht oft genug wiederholen: „Weder sind wir besser als die anderen, noch haben wir die Weisheit mit Löffeln gefressen.“

    Gruß,
    Stephan