Beschneidung: keine Lex specialis!

Im einem Blog-Artikel von mir, den ich von ca. einem Monat veröffentlicht habe, nähere ich mich der Frage ob Beschneidungen von Kleinkindern in Deutschland weiterhin legal sein sollten. Ich begründete meine Haltung mit dem Recht und der Pflicht der Eltern, ihre Kinder zu erziehen.

Allerdings nannte ich ein Zitat von Helmut Schmidt: “Ich behalte mir das Recht vor über Nacht meine Meinung zu ändern“ – wenn mir neue Erkenntnisse wichtig werden.

Genau das ist im weiteren Verlauf der Debatte geschehen – insbesondere der Artikel von Andreas Popp hat mir verdeutlicht, dass es keine „Lex Specialis“ für Beschneidungshandlungen geben darf. Wenn allgemeine Gesetzgebung und Rechtsprechung diese Praxis nicht erlaubt, dann darf auf keinen Fall eine Ausnahmeregelung dafür geschaffen werden.

Eine solche würde meiner Ansicht nach ein Dammbruch für weitere, gefährliche Ausnahmeregelungen eröffnen und zudem mehr Rechtsunsicherheit als Rechtssicherheit schaffen. Regelt ein Gesetz eine Ausnahme, ohne andere zu nennen (Ohrstechen?), ist die weitere Debatte vorherbestimmt.

Das soll jetzt keinesfalls Religions-feindlich wirken. Verschiedene Religionen zu respektieren wird nicht nur durch unser Grundgesetz verlangt sondern ist ein wesentlicher Bestandteil pluralistischer Demokratien, in dem unterschiedlichste Menschen friedlich zusammen leben. Darüber hinaus bleibt die besondere Verantwortung, die wir als Deutsche durch unsere Geschichte tragen. Religionen können ihre Traditionen aber weiter entwickeln – so könnte die Beschneidung beispielsweise zukünftig nur rituell angedeutet aber dennoch gefeiert werden.

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3 Antworten auf Beschneidung: keine Lex specialis!

  1. Pingback: Beschneidung liegt im Ermessen der Eltern | ValiDOMs Welt

  2. Klaus D. Fleischmann sagt:

    Hallo Validom,

    es ist nicht nur Relgionsfeindlich sondern auch gegenüber den Eltern anmaßend, diese als Menschen hinzustellen, die ihre Kinder absichtlich Schmerzen zufügen, und denen man nun in Form eines Gesetzes vorschreibt wie Sie ihre Relgion zu leben haben, wann es Zeit ist ihren Bund, der für sie ueber Jahrtausende wichtiger war als ihr Leben, zu modernisieren.
    Ein Bezug zu Beschneidungen bei Mädchen ist nicht gegeben, ein Bund ist nicht mit der Verhinderung von Lust gleich zu setzen.

    Viele Grüße
    Klaus D.

  3. Zash sagt:

    @Klaus D. Fleischmann

    Hallo Klaus,

    Das die Beschneidung von Jungen zur Beschneidung von Mädchen keinen Bezug haben ist nicht richtig:
    Es gibt unterschiedliche Formen der Beschneidung (Typ 1-4) beim männlichen und weiblichen Geschlecht. An Ihrer Stelle würde ich mich erst einmal genauer informieren bevor ich so etwas behaupte! Die Entfernung der Klitorisvorhaut und/oder der Klitoris ist eine ähnliche Beschneidungsform wie die Zirkumzision, beides sind Typ 1 Beschneidungen.
    Diese Beschneidungsform (Klitoridektomi) wird von sunnitischen Muslimen praktiziert, ebenfalls wie die männliche Zirkumzision ist diese zwar nicht im Koran beschrieben wird aber als Hadith (nachahmenswerte Handlung) gesehen.
    (WHO Classification Type I: Partial or total removal of the clitoris and/or the prepuce (clitoridectomy).
    Falls Sie die Entfernung der Klitoris (8.000 Nervenenden) als Verhinderung der Lust sehen, die Zirkumzision (20.000 Nervenenden (Vorhaut+Frenulum)) im Gegenzug aber nicht würde ich bezweifeln das Sie jemals Mathematik in der Grundschule hatten.
    Wenn Sie das wundert das die Vorhaut und das Frenulum zusammen mehr Nervenenden besitzen als die Klitoris, so kann ich Ihnen dazu nur sagen das die Klitoris nicht das primäre Geschlechtsorgan der Frau ist (dieses nennt man Vagina) ,der Penis des Mannes dagegen schon.
    Evt. sollten Sie sich erst einmal genauer mit dem Thema auseinandersetzen bevor Sie hier eindeutig falsche Aussagen treffen!