Piraten – es war schön! Meine Bilanz.

Tierstempel_LoeweIm Januar bin ich nicht mehr als Bezirksvorsitzender in Oberbayern angetreten, weil mir einerseits die Probleme und Herausforderungen der Piratenpartei bewusst sind – ich aber mit meinen Konzepten und Ideen am Ende war. Damals klammerte ich mich an ein Stück Hoffnung, dass andere es richten mögen – nicht nur bezogen auf Oberbayern, sondern auf die gesamte Partei. Nachdem nun aber auch der Bundesvorstand als Zeichen der Gesamtpartei zerbrochen ist und bei den Kommunalwahlen in München mit 1,1 % ein katastrophales Ergebnis eingefahren wurde, ist es Zeit für mich das Abenteuer Piratenpartei zu beenden. Damit geht die in diesem Artikel aus 2009 genannte „Lebensabschnitts-Gemeinschaft“ zu ende.

Dieses Ende werde ich mit einem Austritt in nächster Zeit abschließen, vorher muss ich aber noch ein paar Dinge erledigen. Zu diesen Dingen gehört auch, eine Art Bilanz nieder zu schreiben, die aber keinesfalls eine „Abrechnung“ sein soll. Insbesondere soll sie keine personenbezogene Abrechnung sein. Vielleicht ist es sogar wichtiger für mich, das alles mal aufzuschreiben, als für Euch, das dann zu lesen.

Mein Beitrag in der Piratenpartei

In 2009 eingetreten, kam ich recht schnell in ein Amt. Ich organisierte den Landesparteitag der Piraten Bayern 2009 und ließ mich dort zum stv. Landesvorsitzenden wählen. Letzterer war mit ca. 200 Teilnehmern der erste „große“ Landesparteitag in einer heranwachsenden Partei, davor waren es 10-20 Leute. Im Landesvorstand blieb ich dann zwei Jahre, die Mitgliederzahl in Bayern überschritt in dieser Zeit die 3000er-Marke.  (siehe Tätigkeitsbericht 2010 und 2011). In 2011 zog ich mich aus familiären Gründen zurück, ließ mich aber auf ein Jahr Landesschiedsgericht Bayern ein, was für mich sehr lehrreich war. In 2012 kehrte ich als Vorsitzender des Bezirksvorstands Oberbayern in ein Vorstandsamt zurück. In diese Zeit fallen besonders die Vorbereitung der Wahlkämpfe zur Bezirkstags-, Landtags- und Bundestagswahl. Ich konnte die Partei auch als Direktkandidat bei der Landtagswahl Bayern vertreten und hatte Listenplatz 3. Nach einer Wiederwahl zum Vorsitzenden 2013 mit über 90% Zustimmung ging es im Wahlkampf heiß her, wir mussten aber eine herbe Niederlage hinnehmen, für die ich selbstverständlich auch bei mir Verantwortung sehe. Auch aus diesem Grund, allerdings hauptsächlich aus dem Einsehen, am Ende meiner Ideen zu sein, trat ich im Januar 2014 nicht mehr erneut für den Bezirksvorsitz in Oberbayern an.

Die Piratenpartei, scheitern an sich selbst?

Welche ungelösten Probleme, welche Dinge haben (meiner Meinung nach) zum Niedergang der Piraten geführt? Man kann viele einzelne Ereignisse nennen, Personen beschuldigen und endlose Shitstorms aufzählen. Ich möchte aber die Sachen nennen, die ich als „strategische“ Fehler sehe und die weniger mit Einzelereignissen zu tun haben.

Fehlende Wissens- und Wertevermittlung

Wir haben viele tolle Positionen entwickelt. Anfangs hauptsächlich zur Netzpolitik, später auch zu vielen weiteren wichtigen Dingen. Im Vorfeld von solchen Entscheidungen wurde viel diskutiert und debattiert, verbessert und verworfen. Aber nach dem eigentlichen Beschluss war: Schluss. Mit Glück tauchte der Beschlusstext auf Flyern und in einigen Pressemitteilungen wieder auf. Was aber danach fehlte waren im Wesentlichen zwei Dinge: zum einem hat man „alte“ Themen den „neuen“ Mitgliedern nie so vermittelt, dass sie diese auch weiter getragen hätten. Zum anderen wurden diese Themen kaum oder nie in die Bevölkerung oder an die Presse dauerhaft kommuniziert in dem Sinne, dass man mehr als ein oder zwei Pressemitteilungen verschickt.

In der Folge ist die Anzahl Piraten, die das jeweilige Wahlprogramm zumindest ausreichend kennen, um damit auch nur auf der Straße eine inhaltliche Diskussion unbeschadet zu überstehen, erschreckend gering. Die Anzahl derer, die man zu inhaltlichen Fragen in die Öffentlichkeit (z.B. Podium) stellen kann, ist noch geringer. Die ist selbst unter Kandidaten zu Wahlen gering. Das eigentliche Problem ist aber, dass die Partei bei Aufstellungsversammlungen nur selten programmatisches Unwissen mit nicht-Wahl gestraft hat. Stattdessen haben sich allzu oft Parteitage und Aufstellungsversammlungen in nebensächlichen Detailfragen verrannt und damit geglaubt, einzelne Personen loswerden zu können.

Kein innerparteilicher Pluralismus

Natürlich können in einer Partei nur Menschen zusammen wirken, die in etwa die gleichen Vorstellungen haben. Unterschiedliche Ansichten zu fachlichen Fragen sind aber für politisches Handeln wichtig, da sonst sehr schnell „Blinde Flecken“ zu Problemen führen.

Diese Einsicht scheint aber kaum verbreitet. Stattdessen wird gerne angenommen, eine Abstimmung über ein Thema beende die Debatte und alle müssten nun dieses Thema auch vertreten. Abstimmungen auf Parteitagen ändern aber keine Menschen. Dieser Irrtum führte oft zu Streitigkeiten innerhalb der Piratenpartei, was leider immer auch Kräfte gebunden hat. Statt den eigentlich politischen Gegner außerhalb der Partei anzugreifen, wurde innerparteilich so lange gerungen, bis ungeliebte Personen verzweifelt aufgaben oder eine solch unterirdische Position einnehmen mussten, dass sie nur noch belächelt wurden.

Strategie-Unfähigkeit

Anfangs wurde in der Piratenpartei wirklich und ernsthaft über ein Delegiertensystem diskutiert. Gescheitert ist das zumindest in Bayern an formalen Gründen, nicht an eigentlich inhaltlichen. Nachher hat man das Fehlen eines Delegiertensystems zum Erfolgsrezept erklärt – was durchaus gelang.

Warum nenne ich dieses Beispiel? Hier kann man gut erkennen, dass man sich in der Partei nie *dafür* entschieden hat, *kein* Delegiertensystem haben zu wollen – man hat sich nur dafür entschieden, nicht dieses oder jenes zu wollen. So zieht sich das durch viele Bereiche: aus nicht-handeln, nicht-entscheiden wurden Fakten mit denen irgendwie umgegangen wurde. Damit hat die Partei sich nie strategisch verhalten, verharrte immer im taktisch-operativen. Entwicklungen hin zu strategischem Handeln gab es viele, keins davon konnte sich jemals durchsetzen. Im Gegenteil sogar: wer vorausschauend handelte tat sich schwerer, als die, die mit ach-und-krach ab und an mal den Karren aus dem Dreck zogen. Letztere wurden bejubelt, Strategen dagegen belächelt.

Strukturelle Unverbindlichkeit

Zwar gibt es in der Piratenpartei Vorstände verschiedener Gliederungsebenen. Es ist jedoch kaum geregelt, welche Ebene welche Aufgaben im *politischen* Handeln hat. Simples Beispiel: LaVo mag Demo in … wer entscheidet? KV, BzV, LaVo? Man hat das dann schon irgendwie hin bekommen – eine klare Hierarchie hat sich aber nie etabliert und wenn, wurde sie umgehend bekämpft bzw. hintertrieben. Das Fehlen des Bundesvorstands in dieser Aufzählung ist übrigens Absicht, denn der hat überhaupt keinen oder kaum Einfluss auf Untergliederungen. Und das sind nur die Probleme innerhalb der Vorstandschaft. Auch das Verhältnis der Mitglieder zu ihren Vorständen war gespalten: einerseits wollte man handelnde Vorstände – die aber bitte um Himmels willen nichts tun sollten, was dem Einzelnen nicht gefiel. Das hatte natürlich Auswirkungen auf die tatsächliche Handlungsfähigkeit der Vorstände, insbesondere des Bundesvorstands und der Landesvorstände. Selbst wenn die sich nicht zu oft um sich selbst gedreht hätten, hätten sie doch kaum große Macht gehabt, Dinge wirklich anzupacken.

Fehlende Konzentration

Es ist gut, wenn man zu den meisten gesellschaftsrelevanten Themen etwas sagen kann. Tatsächlich bearbeiten kann man aber effektiv nur wenige Dinge auf einmal. Eine Partei muss sich konzentrieren können um Kräfte zu bündeln damit man wirken kann. Aber selbst in Wahlkämpfen ist dies nicht oder kaum geschehen, selbst wenn entsprechende Grundlagen in Form von Ergebnissen aus Mitgliederbefragungen und Beschlüssen dafür vorhanden waren. Stattdessen hat eine unüberschaubare Anzahl von einzelnen Interessengruppen versucht genau ihr Thema zu treiben. In der Folge konnte sich die Partei außerhalb der Netzpolitik, welche über die Zeit immer schwächer wurde, zu keinem weiteren Thema Kompetenz im Auge der Öffentlichkeit aufbauen.

Die „Nein“-Partei

Leute zu versammeln, die gemeinsam „Dagegen“ sind, ist einfach. Sie davon zu überzeugen, auch mal „Dafür“ zu sein, ist wesentlich schwerer. Letzteres ist der Piratenpartei nie durchgehend gelungen, selbst bei den knackigsten „Kernthemen“ war es unmöglich, eine kritische Masse dazu zu bewegen, „für“ etwas einzustehen.

Keine Beständigkeit

Beständigkeit ist konservativ, also bäh? Nein, auch ein Radikaler kann Beständigkeit zeigen, wenn er sich immer genau so radikal zeigt. Das schafft auf Dauer eine Sicherheit – etwas, auf was man sich verlassen kann. Die wenigsten in der Piratenpartei haben aber begriffen, dass bei Wahlen nicht hauptsächlich über Wahlprogramme sondern über beständige, vertrauenswürdige Personen abgestimmt wird. Tatsächlich wählen wir Parteien und Personen um ihnen zukünftige Aufgaben zu delegieren, auch wenn wir diese heute noch gar nicht so genau definieren können. Deshalb bewerten viele Wähler eben diese Parteien und Personen nach dem, wie sie in der Vergangenheit gehandelt haben. Einzelne Skandale sind da auch nicht so tragisch, wenn die übrige Partei ihre Beständigkeit und damit das Vertrauen bewahrt. Genau diese Beständigkeit und dieses Vertrauen wurde aber spätestens seit Mitte 2012 leichtfertig für kaum langfristig aussichtsreiche Initiativen aufgegeben. Die Zeit, die es dauert sich dieses Vertrauen wieder zu erarbeiten, kann man in Wahlperioden messen, nicht in Jahren. Angesichts dessen, wie sich die Partei verhält, geht es da nicht aufwärts sondern weiter abwärts.

Öffentlich vs. innerparteilich: kein Unterschied?

Was den Punkt „Beständigkeit“ weiter schwächt ist das weit verbreitete Phänomen, innerparteiliche und für die Öffentlichkeit anfangs völlig belanglose Streitigkeiten auf öffentlichen, nicht primär für Piraten vorgesehenen Kanälen auszutragen. Erst dadurch wurden viele innerparteiliche Querelen für die Öffentlichkeit bzw. für die Medien interessant. Noch dazu werden für Klärungen völlig ungeeignete Medien wie Twitter verwendet, die eine inhaltliche Diskussion mangels Länge der Texte gar nicht zulassen. Für die Öffentlichkeit hat sich so der Eindruck eines völlig zerstrittenen Haufens eingebrannt, den man schwer wieder los wird. Den allermeisten Piraten hätte es gut getan, erst einmal eine Nacht zu schlafen, bevor sie halbinformiert irgendwelche Shitstorms los getreten oder zumindest mit angefeuert haben.

Personelle Inkompetenz

„Inkompetenz“ ist so ein böses Wort – aber ich beziehe es auf das gesamte Piraten-Ökosystem und nicht auf einzelne Personen. Ich selbst gebe ein gutes Beispiel: kaum Anfang 2009 eingetreten, war ich Mitte 2009 schon stv. Landesvorsitzender Bayern. Hatte ich wirklich Ahnung davon, was ich tat? Nun, ich habe sicherlich nach bestem (damaligen) Wissen und Gewissen gehandelt. Aber „Ahnung“ nach heutigen Maßstäben hatte ich nicht. Für 2009 war das ja noch in Ordnung – später wurde das Phänomen, ständig Frischlinge in Vorstände zu setzen oder auch für Wahlen aufzustellen aber zum Problem. Die teils harten Lernkurven vieler Piraten endeten aus verschiedensten Gründen, in dem sie sich zurück zogen. Neue Leute konnten damit alte Fehler neu begehen.

Gespeist wurde das System durch ein fast durchgängiges Verhältnis von Eintritten vs. der Zahl derer, die sich zurückzogen. Grob gesagt hat sich so nie eine stabile, erfahrene Mannschaft etablieren können. Sicherlich gab es die auch, jedoch stand dieser erfahrenen Truppe dann immer gleichzeitig eine große, laute, von anfangs-Enthusiasmus betrunkene Neupiraten-Truppe gegenüber. Selbstverständlich hatten die auch ein Recht auf ihre eigenen Fehler, dadurch wurden aber dauerhafte und durchgreifende Veränderungen wirksam verhindert.

Fehlende Sanktionen und Würdigungen

Die einzige Angst, die man in der Piratenpartei haben musste war, seinem ersten Shitstorm ausgeliefert zu sein. Alle weiteren sind dann mehr oder minder Angstfrei zu ertragen, wenn man nicht aufgrund des ersten Shitstorms aufgegeben hat. Darüber hinaus gibt es kaum innerparteiliche Konsequenzen zu befürchten.

Das ist natürlich schön. Aber auch ein Problem. Die Duldung von Beleidigungen auf Parteikanälen (Mailinglisten, Foren, Mumble…) durch die Partei bzw. deren Vorstände hat langfristig dazu geführt, dass diese Medien immer weniger genutzt wurden und sich private Zirkel gebildet haben, die durchaus faktische Macht ausüben. Letztere sind auch nicht immer zum Wohle der Partei ausgelegt und sollten besser auch Grenzen aufgezeigt bekommen. Leider ist es aber Vorständen gar nicht so einfach möglich, Personen oder Gruppen effektiv in ihre Schranken zu weisen. Erstens gibt die Satzung dazu nicht viel her, zweitens urteilten Schiedsgerichte bisweilen doch sehr liberal wenn es um die Bewertung von parteischädlichem Verhalten geht. Drittens hat die Basis fast nie machtvolles eingreifen von Vorständen geduldet bzw. begrüßt.

Selbstverständlich ist auch das Gegenteil nicht gewollt – eine Vorstandschaft, die ihre Basis unterdrückt, wird langfristig auch keinen Erfolg haben. Ein bisschen mehr an Härte hätte der Piratenpartei aber so manche Eskalation zu späterer Zeit erspart.

Auf der anderen Seite fehlte es aber auch an einem effektiven Mittel, Personen für ihre Leistungen zu würdigen. Zwar gab es hier und da persönliche Geschenke (privat finanziert) oder auch einen Versuch im Wiki mit „Tierstempeln“ seine Dankbarkeit auszudrücken. Eine (formal rechtmäßige) Form der Würdigung wurde aber nie entwickelt. Macht, auch die von Vorständen, setzt sich aber neben ihrer satzungsmäßigen Pflichten auch aus „Loben und Tadeln“ zusammen. Lässt man eins davon weg, wird das zweite auf Dauer wirkungslos. So auch in der Piratenpartei: ein mahnender Vorstand wird nicht mehr gehört, wenn er nicht auch lobt. Neben schweren Sanktionen hätten entsprechend auch „schwere“ Würdigungen zur Verfügung stehen müssen.

Kaum Aufarbeitung von Fehlern

Durch Fehler wird man klug, drum ist einer nicht genug„. Das meine ich Positiv. Dazu gehört aber auch, aus begangenen Fehlern zu lernen. Zu leicht wurden dabei die Ursachen für das ein oder andere Scheitern in externen Faktoren gesucht. Mal waren die Journalisten schuld, mal der politische Gegner, mal eigene Parteimitglieder bzw. Vorstände. Ganz selten haben sich Leute mal an die eigene Nase gefasst und eigene Fehler eingestanden. Noch seltener waren dann die, die zu ihren Fehlern standen *und* sich weiter engagiert haben.

Gar keine Aufarbeitung gab es, wenn es um Dinge ging, die nur die Gesamtpartei verschulden kann. Nicht einmal der Bedarf für ein gemeinsames Verständnis der Ursachen wurde gesehen, geschweige denn gemeinsam an der Behebung gearbeitet. Viel zu leicht war es, die zweiundvierzigste Mumblekonferenz mit wieder neuen Leuten einzuberufen, aktivistisch irgendwas in der Luft zu planen und dann grandios damit gegen die Wand zu laufen.

Gut zeigt sich das am Umgang mit Kritik in der Piratenpartei. Hätte ich diesen Text noch als aktives Vorstandsmitglied (auch nur intern) veröffentlicht, wäre ich mit Pauken und Trompeten im Shitstorm „Kiel geholt“ worden. Statt also Kritik als Quelle der Erneuerung und nötigenfalls als Wissen darüber, welche Hindernisse man noch zu überwinden hat, zu sammeln, wird sie selten ernst genommen.

Es war schön!

5 Jahre. So lange war ich bei den Piraten. Die überwiegende Zeit davon in Ämtern. Ich beschäftige mich oben mit einer Art Bilanz. Was aber übrig bleibt ist nicht nur ein wohl überlegter, logischer und gut begründeter Abschied. Sondern auch ein emotionaler Abschied.

Selbstverständlich hing ich an den Piraten, es war Hobby und Kristallisationspunkt diverser Hoffnungen und Träume zugleich. Ganz ehrlich: es war schön! Vielen Dank für die Zeit!  Ich habe viel gelernt, fachlich und persönlich. Wir haben die politische Welt kräftig aufgewirbelt, viele coole Aktionen gemacht, Spaß zusammen gehabt, zusammen gefeiert und zusammen getrauert.

Mir fällt das nicht leicht. Ich möchte keinen Bruch, kein lautes Poltern wenn ich gehe. Ich werde meine Erinnerungen und Piraten-T-Shirts in Ehren halten. Und evtl. sehen wir uns sogar mal auf der ein oder anderen Veranstaltung wieder.

Zum Abschied zwei Lieder, hört sie Euch an. Passen recht gut, finde ich.

Unser Schiff (Puhdys)

(…) Und wenn das Meer dann unsere Geschichte erzählt
Vom Lachen, vom Lieben, vom Leben
Dann kann uns keine Macht dieses Wunder mehr nehmen
Das Lachen, das Lieben, das Leben
Uns hat es nicht umsonst gegeben.

Wir waren berüchtigt, auf jedem Meer
Und manchmal treiben wir hilflos umher
Mal riss ein Segel, mal brach ein Mast.
Mal haben wir den richtigen Kurs verpasst. (…)

Es war schön (Puhdys)

(…) Es war schön, Einfach schön, Endgültig vorbei, aber schön.
Winde dreh’n, Menschen geh’n.
Was war, kann uns keiner mehr neh’m.
Denk an unsre Zeit, sie war schön. (…)

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35 Antworten auf Piraten – es war schön! Meine Bilanz.

  1. Wolfgang Britzl sagt:

    Ich verbiete dir das.

  2. Balu sagt:

    Warum gehen eigentlich nur die vernünftigen Piraten und überlassen den ganzen Trollkaspern das Feld, noch mehr Blödsinn zu treiben? 🙁

    • Fran Kee 【Ƿ】 sagt:

      Hi Thomas, das kann ich Dir —leider— beantworten:

      Weil die Trollkasper…
      – unbegrenzt Zeit haben (was einiges über ihr Berufs- und Privatleben aussagt)
      – auf widerlegte Argumente einfach weiter „argumentieren“ (durchaus vergleichbar mit rechten „Sicherheitsesoterikern“ wie von Sascha Lobo oder Fefe beschrieben)
      – und natürlich: Lautstärke, Lautstärke, Lautstärke…

      Auf dem nächsten Parteitag müsste man:

      – klar ein Vorstand mit MACHT ausgestattet werden. Und das operative Geschäft ohne wenn und aber führt. Bis zum nächsten BPT. Genau wie in jeder anderen Partei.

      – ein Delegiertensystem einführen. Eventuell modifiziert zu den anderen Parteien, um eine Gleichschaltung/Zweiparteiensystem wie in den „Kanzlerwahlvereinen“ vorzubeugen.

      – klare Unvereinbarkeiten mit Personen und Organisationen definieren, die (weit) links von uns und nicht auf dem Boden des GG stehen. (vgl. Udo Vetters aussagen im WDR Interview). Dazu zähle ich die Antifa.

      – kaltstellen kann man Linkbizarre nicht, aber ignorieren (blocken, hiden. Und: nicht füttern.) Das ist übrigens keine Zensur, das ist Selbstschutz. Zensur wäre, ihren Datenmüll von Dritten abzuschirmen. Meine(n) Briefkästchen darf ich schützen, wie ich möchte.

      Der nun ja zwingend kommende BPT wird so ziemlich alles entscheiden.
      Danach trete ich sonst auch aus.
      Hochoptimistisch bin ich da aber auch nicht.

      • Name sagt:

        Das mit dem „Vorstand mit Macht ausstatten wie in anderen Parteien“ ist klarer Unfug. Und nur bestätigung für uns Ausgetretene, daß der Austritt korrekt war, weil zu viele Ahnungslose nach Politik 1.0 schreien.

        Es gibt ein Makel, was die Piratenpartei hat:

        Die Unfähigkeit kurzfristig Meinungsbilder einzuholen.

        Und danach zu fragen. Und dann darauf basierend sein piratiges Handeln reflektieren.

        Aber soviel Politik 2.0 ist für die meisten schon viel zu fortschrittlich. Da bleibt man halt im Mittelalter. Und fährt vor die Wand, denn Mittelalter mit brennenden Flaschen und Hexenverbrennung braucht niemand.

  3. Sack, Alter sagt:

    Genau so empfinde ich es auch. Es war schön, die Bildungsreise nach Tchechien z.B.
    Wir haben auch sehr viel gelernt und viele nette, intelligente Menschen kennengelernt.

    Etwas aufbauen ist sehr aufwändig und schwierig. Kaputttrollen dagegen leicht. Deshalb verabschieden sich die engagierten intelligenten.

    Es wird sehr lange dauern, bis es konstruktiv weitergehen kann.

  4. Jochen Heistermann sagt:

    Du bist mir dadurch aufgefallen, dass du größer warst als die anderen Piraten! 🙂 Deine Bilanz kann ich leider so unterschreiben. Ich kenne ein hochprofessionelles Berufsleben mit
    sehr durchorganisierten Abläufen und hatte bis letztes Jahr noch die Hoffnung, dass die Piraten da auch strukturell hinkommen könnten, also mit Basisdemokratie im Internet usw.

    Was geblieben ist, das ist eine ideologisch festgefahrene Protestpartei, die weder für ihre Mitglieder noch für Wähler wirklich konstruktiv etwas zu bieten hat.

    Schade.

  5. Troll Fresser sagt:

    Mit Ihnen geht – nach Frau Schramm – der nächste Berater des glücklosen Führers der Piratenpartei komplett von Bord. Herr Wirth zeugt von sehr schlechter Menschenkenntnis.

  6. TheFish sagt:

    dagegen #ausgründen 😀

  7. CaptCarrot sagt:

    Tja, wenn immer mehr von den Guten gehen, wird’s immer schwieriger, eine Partei zu finden, die man heute noch wählen kann.

  8. Ronald Heinrich sagt:

    Danke Vali. Fuer Alles.

    Wie sagten die Delphine bevor sie die Erde verlassen haben?

    Machts gut! Und danke fuer den Fisch.

    Danach wurde die Erde im Zuge einer interplanetaren Umgehungsstrasse gesprengt…

  9. C C sagt:

    Ich gehe davon aus, dass Du die Entscheidung reiflich bedacht hast und alles reden sie nicht mehr ändern wird. 🙁

    Vielen Dank für alles.

  10. ostpirat sagt:

    Wir alle – Du eingeschlossen – sind angetreten etwas zu ändern. Und es gibt genug zutun, auch, oder gerade heute. Ich verstehe wenn Du gehen willst. Aber überdenk es noch einmal. Wir brauchen solche Leute wie Dich. Gerade heute.

  11. Ursula Bub-Hielscher sagt:

    Deine Beschreibung der Problemfelder finde ich sehr präzise. Und sehr schade, dass sich ein Klima entwickelt hat in dem Du das als Mitglied mindestens meintest nicht öffentlich machen zu können. Ich kenne dich nicht auch das ist schade – und ich wünsche Dir alles Gute

  12. Boomel sagt:

    Merci dir für alles und man sieht sich immer zwei mal im Leben 🙂

  13. rka sagt:

    danke für den text und alles! freu mich mal auf nen wiedersehen bei nem kaltgetränk 😉

  14. @oullr sagt:

    Danke für diesen besonnenen Text. Es ist schade, dass du gehst.

  15. datenritter sagt:

    Oh, scheiße. 🙁

  16. Ronnie Rigl sagt:

    Hallo Vali,
    schade, aber auch verständlich, dass auch Du nun abtrittst.
    Deine Ausführungen kann ich nachvollziehen und bestätigen.
    Schade zwar, aber auch ich denke, dass dies der richtiger Schritt ist, schon aus Selbstschutz für Dich selbst.
    Es hat mich gefreut, dass ich einen Menschen wie Dich kennen lernen durfte, war immer angenehm Deine sympatische Art und Dein stets höfliches, überlegtes Handeln zu beobachten.
    Auch ich habe viel gelernt und erfahren bei den PIRATEN, fühlte mich politisch dort zu Hause, aber irgendwann ist es halt auch gut…
    Dir wünsche ich alles Gute auf Deinem weiteren Lebensweg.
    Möglich, dass wir uns mal wieder über den Weg laufen.

    Machs gut.
    Liebe Grüsse
    Ronnie

  17. PiratAndi sagt:

    Allerdings irrst du dich: die Piraten haben durchaus Aussicht auf Erfolg.
    Nach dem Scheitern als Partei haben wir jetzt die einmalige Chance, uns als Nichtregierungsorganisation (NGO) zu etablieren die sich für die Meinungsfreiheit im Netz einsetzt.
    Man muss keine Wahlen gewinnen um Politik zu machen.
    Vielleicht gehst du zu früh?

    Wie dem auch sei, ich hoffe du setzt dich an anderer Stelle weiterhin für ein offenes und freies Internet ein.

    Danke Vali für alles.

  18. sprech.sucht sagt:

    Ich finde es falsch, wenn die Vernünftigen gehen und den Schreihälsen das Feld räumen, aber auch irgendwo verständlich.
    Eben ist der halbe BuVo zurückgetreten, um den Weg zu einem vorgezogenen Parteitag frei zu machen, der über das weiter Schicksal der Partei entscheiden kann. Es dürfte sich entscheiden, ob wir eine Zukunft haben oder die Partei weiterhin der Spielplatz radikaler Aktionisten und Pseudo-Humanisten bleibt.
    Eigentlich brauchen wir gerade jetzt jeden, der eine Piratenpartei will, die sich liberal-sozial-progressiv-„Kant“ig verortet.

  19. Oureweller sagt:

    Sehr aufschlussreiche Zusammenfassung, die gut mit meinen wenigen kleinen Einblicken in die Piraten zusammenpasst: Ein Haufen Leute der alles mögliche will, aber eines ausdrücklich nicht: Politik machen, Einfluss nehmen, andere von seinen Ideen überzeugen.

  20. Joachim Jördens sagt:

    Vielen Dank für die Zeilen. Ich werde sie verteilen, in der Hoffnung, dass sie aufmerksam gelesen werden und darüber nachgedacht wird.
    Unbekannterweise viel Spass auf Deiner Reise !

  21. Bernd sagt:

    Warum schmeißt ihr alle hin, wenn es mal schwierig wird. Politik ist doch nicht Sonnenschein, sondern ganz harte, kontinuierliche, langwierige Arbeit, über Jahre und Jahre. und das ganzen Internetgedöns nützt euch doch nichts im Sinne von Vorteil, weil das nutzen doch alle anderen auch. Selbst wenn der Nerd mal 1/2 Jahr technisch etwas voraus iat, die anderen holen euch in der Hinsicht quasi automatisch wieder ein.

    Daß man bei den Piraten eintrat und ein paar Tage später Kreisvorsitzender war oder gar auf Wahllisten stand, geschenkt. Das ist dieses lächerliche Pöstchengehabe, das manchem anscheinend wie Alkohol zu Kopf stieg. In der Praxis, im politischen Alltag, müßt ihr euch aber bewähren, das setzt hervorragende Allgemeinbildung, Kommunikationsfähigkeit, politische Klugheit voraus. Dazu die Fähigkeit, zuhören zu können und Sachverhalte schnell zu erfassen, die Fähigkeit, reden zu können, Konflikte lösen zu können, die Fähigkeit, sich denjenigen verständlich zu machen, die einen wählen, und im Erfolgsfall dann gewählt haben, über Jahre und Jahre, dabei anständig, wahrhaftig und authentisch zu bleiben, all das ist doch kein Spaziergang , sondern harte Arbeit, Fortbildung, Information, Arbeit und noch mal Arbeit.

    Bestimmte piratentypische Vorgänge beschreibst Du, Chaos, ständig kommen und gehen die Leute, und das hat überall bundesweit die selben Gründe: die Sache ist neu und anziehend, aber nach einigen Wochen/Monaten merken die Neuen, das man nicht einfach in eine Partei geht und dort dann macht was man will, bzw. seine Agenda durchdrückt, sondern das Projekt lebt von Arbeitsteilung, Kolaboration, wechselseitigem Lernen, auch mal sich selber zurücknehmen, und eben von kontinuierlicher harter politischer Arbeit. In der Regel kostenlos. Also ohne jedes Entgelt. Das finden viele dann gar nicht mehr so aufregend, und bleiben irgendwann weg. meist mit fadenscheinigen Gründen oder unbegründet. Es ist ja oft auch schwer zu begründen, man fühlt sich einfach nach einer gewissen Zeit unter Piraten unwohl, bekommt Kopfschmerzen, die Egomanen- Durchgeknallten- und ich-mach-eh-wass-ich-will-Typen, oft mit schweren Mängeln in sozialer Kompetenz, also zum Beispiel Empathieunfähigkeit oder der Unfähigkeit, guten Tag zu sagen wenn man den Raum betritt oder auf Wiedersehen zu sagen, wenn man ihn wieder verläßt, macht das alles extrem anstrengend und belastend auf Dauer.
    In Parlamenten fällt das nicht ganz so schlimm auf, da sind die Piraten ja relativ wenige. Und die Parlamentarier der anderen Parteien können es ja meist, also z.B. guten Tag sagen meine ich jetzt (sonst wären sie nie bis da hin gekommen). Auf Piratenveranstaltungen ist das schon deutlicher, vor allem wenn relativ viele aufeinandertreffen.

    Und da schmeissen eben kontinuierlich Piraten auch wieder hin. Das kumuliert nun und beginnt Eigendynamik zu entwickeln mit zunehmender Erfolglosigkeit, und die Erfolglosigkeit wiederum erhöht die Frustdynamik – ein klassischer Teufelskreis bzw. eine Abwärtsspirale.

    Ich kann das alles schon verstehen, aber nicht gutheißen. Für mich war völlig klar, die Piraten sind eine schwieriges Klientel und alleine schon deshalb eine 2%-Partei in der Fläche und eine 3-5%-Partei in großen Städten (wo piratenaffine Nerds und andere eben bevorzugt siedeln), alles oberhalb der 5% war Hype, der mußte zusammenbrechen. Die Wähler im Hype kannten die Piraten gar nicht, die sahen eine kluge Weisband, einen kackfrechen Lauer und einen vertrauenseinflößenden etwas holzigen Nerz, und projezierten alle Hoffnungen auf eine bessere Politik in die 4-5 Piraten hinein, die in der breiteren Öffentlichkeit aufpoppten, weil die das gedrechselte Politsprech der Etablierten verweigerten. Programm? Eine Ideesammlung die ich euch auch in 1 h zusammenstelle. Vorstellungen einer besseren, demokratischeren, schöneren Welt. Das mußte schiefgehen, diese hohen Erwartung „aller“ kann niemand erfüllen. Schon gar nicht diese relative ständig ihr Personal wechselnde Chaostruppe.
    Und nach dem Hype, als Marina hinschmiss (die hätte es zumindest halten können noch eine Weile, sie hätte Integrationsfigur sein können, der Absturz wäre dann nicht auf 2, sondern auf 3-4 % nur gekommen, wenn man sie nicht mit Störfeuer belegt hätte), und ein Ponader durch die Sender tollpatschte, da ging es los mit dem Zerfall. Streitende Landtagsfraktionen, die sich eben nicht den Mühen der Ebene unterziehen, sondern als 15 oder 20 freie Radikale glaubten, sich durch das Parlamentsleben bullshitten zu können, kamen erschwerend hinzu.

    Nun schmeißen halbe Bundesvorstände kollektiv hin, um irgendeiner „Basis“ ihre persönliche Agenda noch aufzwingen zu können, das hat schon Züge von „Der Untergang“ mit Bruno Gantz. Krank. Und von Selbstüberschätzung, eine ganz typischen Piratenkrankheit, getrieben.

    Die Partei muß – und wird – jetzt so richtig hart auf die Nase fallen, um die ganzen Egomanen, Selbsdarsteller und sich-selbst-Überschätzer endlich loszuwerden.

    Dabei sollte aber die ruhigen, konzentriert seit längerem politisch arbeitenden, unbedingt an Bord bleiben, sonst haben die Krawallmacher, Rücktrittserpresser und Großkotze das Feld in der Hand. Und die Parteibasis ist aufgerufen, eben genau NICHT die Krawallmacher, die Brüller und die Erpresser, die Sekunden nach dem Hinschmeißen schon wieder die neue Kandidatur bekanntgeben zu wählen, sondern die Klugen, Ruhigen und Sachorientierten. Und nach der Wahl läßt man die dann arbeiten. In Ruhe. Dann kommen auch die wieder zurück, die momentan im Wartestand stehen.

  22. Rainer Klute sagt:

    Danke für deine Analyse! Mit diesen Erkenntnissen sollten sich doch eigentlich Grundlagen für eine Piratenpartei 2.0 konstruieren lassen!

    Ich selbst habe mir bzw. der Piratenpartei 1.0 eine Frist bis Ende dieses Jahres gesetzt. Stand heute kann ich nicht erkennen, daß die Partei noch die Kurve kriegen wird – wie auch!

    Na ja. Dir jedenfalls alles Gute! Und vielleicht lernen wir uns ja doch noch mal irgendwann irgendwo persönlich kennen!

    Viele Grüße
    Rainer

  23. pit sagt:

    Danke, kann dir zur 99% zustimmen (Das mit der Hierarchie, LV-BV, hat zumindestin HH funktioniert).
    Die Sache mit den Entscheidungen als Vorstand kann ich nur bestätigen. Selbst poplige Verwaltungsentscheidungen mussten teilweise ewig diskutiert werden. Wenn wenigstens soviel Energie in die politische Arbeit gesteckt werden würde, aber das war meistens nicht der Fall.

    Was mich aber zum austritt ende letztes Jahr brachte, war der letzte BPT. Wie du schon schriebst die Sache mit dem Lob. Gab keinen für den Vorstand, für die Leute, die bis zum Schluss gearbeitet haben. Gegenteil, dem noch nicht vollständig gewählten neuen Vorstand wurde schon vorgehalten, dass sie die kleinen KVs übernehmen wollen (War der Antrag mit Geldstrafe als Sanktion, wenn die Rechnungsberichte nicht kommen, da war das mir extrem aufgefallen).
    Ich war erstaunt über soviel misstrauen, gegenüber Personen, die man ja noch selber mitwählen kann bzw. gerade gewählt hat.
    Das war so der Zeitpunkt, wo für mich klar war, dass es leider zu ende ist :/

    Vielen Dank für deinen Einsatz
    bis denn pit

  24. Ein Pirat sagt:

    Wir könnten nicht weiter auseinanderliegen

  25. docmacher sagt:

    Das Piratenschiff begann unterzugehen, nachdem es von linksgrünen Gutmenschen gekapert wurde, die in ihren alten Parteien keine Pöstchen abbekommen hatten. Selbsternannte Weltverbesserer, die für die bürgerliche Gesellschaft, auf deren Kosten sie doch so gut leben, nur Verachtung übrig haben.

    • Horst sagt:

      @docmacher: Falscher geht es nicht. Du bist vermutlich auch erst 2011 beim Hype aufgesprungen und dachtest wir seien für alles offen… und tschüss!

      • Wievma (@wievma) sagt:

        Sorry, aber bevor du solchen Schmarrn schreibst, solltest du richtig lesen. Das Eintrittsjahr steht im Artikel!

  26. Pingback: Jens Seipenbusch zur Krise der Piraten: „Mehr Proporz bringt mehr Zufriedenheit“ | Carta

  27. Puck.152 sagt:

    Lieber Validom,

    wir haben zu selten miteinander geradet. Das tut mir leid. Es ist schade, dass Du die Piratenpateit verlassen willst.

    Wir haben uns immer nur am Rande von Parteitagen getroffen und uns war beiden bewusst, dass wir politisch (Liqudid, BGE …) in anderen „Lagern“ sind. Aber Du hast mir zugehört und ich glaube ich habe Dir zugehört.

    Das ist möglicherweise ein Punkt, den Du in Deinem Blogpost nicht benannt hast. Wir (Piraten) reden nicht miteinander. Es ist so viel einfacher übereinander zu schimpfen als sich die Zeit zu nehmen und die Mühe zu machen, einem anderen Menschen zuzuhören und der unglaubliche Aufwand dann noch zu versuchen dessen Argumentation nachzuvollziehen ist meistens zu viel. Leider gibt es in unsereren Diskussion oft genug Menschen, denen ich nicht zuhören kann. Es erstaunt mich immer wieder auf welchen Mangel an politisch/historischer Vorbildung ich in dieser Partei stoße. Das Maß an Beratungsresistenz und manchmal Intelligenzfendlichkeit innerhalb der Piratenpartei erschreckt mich immer wieder. Da warst Du, die Male, die wir geredet haben immer eine erfreuliche Ausnahme. Du bist logisch und durchdacht und konsequent. Das ist leider auch meine Vermutung, warum Du Deinen Entschluss zu gehen gefasst hast.

    Danke dafür, dass Du mit zugehört hast. Gleichzeitig danke dafür, dass Du ein Mensch bist, dem ich zuhören kann. Danke für Deine Arbeit.

    Viele, nach Gerüchten anarchosyndikalistische, Grüße aus Berlin

    Puck,152

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  29. Alexander Peren sagt:

    Hallo Validom,

    wir haben uns nur weniger als flüchtig in Unterhaching kennengelernt. Dabei habe ich von Dir einen Eindruck bekommen, der bei mir für Dich den allergrößten Respekt bewirkt hat. Daher bin ich von Deiner Entscheidung uns zu verlassen echt geschockt.

    Sehr, sehr schade. Mit Dir geht einer der Besten!

    Dennoch wünsche ich Dir alles erdenklich Gute für die Zukunft
    Mögen alle Deine Hoffnungen und Wünsche in Erfüllung gehen!

    Ich würde mir wünschen, dass wir uns noch irgend wann mal über den Weg laufen und dann auch Gelegenheit finden, uns etwas zu unterhalten.

    Viele Grüße

    Alexander

  30. Mark Neis (@einfachnurmark) sagt:

    Hi Vali,

    ich finds schade, möchte dir aber danke sagen. Und vielleicht sieht man sich ja mal wieder. Du weißt ja: Wenn du mal in Chemnitz sein solltest, gehen die Weizenkaltschalen auf mich 😉

    vg,
    Mark

  31. Wievma (@wievma) sagt:

    Lieber Vali!

    Leider hast du ja soooo recht! Ich habe mir das nur ein Jahr angesehen und musste mich aus den von dir genannten Gründen auf den standby-modus zurückziehen.
    Dieser Partei fehlt das Wirgefühl, sprich: soziale Kompetenz ist kaum vorhanden.
    Die meiste Energie wandert in Shitstorms und Lagerkämpfe. Selbst Frauen kämpfen dort, – so wie Männer es gerne untereinander tun, rücksichtslos und knallhart – gegen Frauen….man könnte es nicht glauben, wenn es nicht wahr wäre!
    Aufgrund dessen, was ich in meinem längeren Leben schon alles sehen, erleben und lernen durfte kann ich sagen: So kann das nix werden, leider. Viele gute Ideen, ein super Parteiprogramm, aber die Mitglieder haben nichts Besseres zu tun als sich von morgens bis abends öffentlich zu streiten und sich die Köpfe einzuschlagen. Gaaanz schlechte Energie ist das, die diese Partei da „ausscheidet“.
    Das ist keine Wohlfühlpartei, keine Partei, auf deren Mitglieder man sich verlassen kann, keine Partei, die die Würde anderer besonders hochhält, keine Partei, der man zutraut, dass sie zuverlässig ihr Parteiprogramm nach außen verteten kann. Das spüren die Wähler und genau das wollen sie nicht. Das sagen sie uns mit jeder Wahl wieder. Und was machen die Piraten? Sie machen verstärkt das weiter, was zu diesem Desaster geführt hat!
    Das Schlimmste ist, dass die immer schlechter werdenden Wahlergebnisse nicht eine einzige Initialzündung in den Köpfen dieser Shitstormer und öffentlichen Mobber ausgelöst hat. Die Erkenntnis, dass sie persönlich dafür verantwortlich sind, jeder Einzelne von Ihnen, ist noch keinem in den Sinn gekommen.
    Bürgerlich hin oder her….Niemand von denen stellt sich die Frage: Was will der Wähler und was haben wir in unserem Parteiprogramm, was sich mit den Bedürfnissen der Wähler deckt? Wie kann ich dem Wähler glaubhaft vermitteln, dass ich seine Bedürfnisse seriös und zuverlässig vertrete?… Denn,….oder irre ich mich da vielleicht….die Piraten sind doch angetreten um gewählt zu werden, oder etwa nicht? Parteien sind auch Dienstleister!
    Ich kann den (noch) aktiven Piraten nur raten: Findet schnellstens einen Weg, diesen verdammten innerparteilichen Grabenkämpfen, diesem öffentlichen Mobbing und den shitstorms ein Ende zu bereiten, sie so einzudämmen, dass die Wähler es nicht mitkriegen, ansonsten bleibt ihr für immer unwählbar! Vorstände und Abgeordnete Stadträte ect. sollten sich auch als Vorbilder verstehen und als erste damit anfangen aufzuhören über Parteimitglieder schlecht zu schreiben, oder deren Schwächen bloßzustellen. Es krankt aber leider nicht nur daran! Wie oft habe ich es erlebt, dass Piraten nicht einmal eine anständige Begrüßung hinbekommen…Hallo??? Daheim keine Kulturtechniken gelernt?
    Es wäre alles so einfach, aber einfach wäre langweilig, man müsste sich zu etwas verpflichten und bei der Stange bleiben….man müsste sich auf einen Verhaltenskodex einigen. Das ist offenbar von der Mehrzahl der Mitglieder nicht gewollt. Denen genügt es mit der Partei eine Bühne zu haben auf der sie sich öffentlich gegenseitig abstechen können. Viel Spaß weiterhin bei dieser destruktiven Beschäftigung!
    Ja, Vali, schade, wenn wieder Einer geht, wieder Einer, der erkennen musste, dass die Partei wie ein Hamsterrad ist. Alle laufen im Rad mit, der harte Kern läuft darin Marathon, Neue springen auf, schubsen, drängeln,Andere springen erschöpft, ausgelaugt oder gedemütigt ab, oder wurden hinausgestoßen. Das blöde bei diesem Hamsterrad ist, dass es rund ist und 95 % der Läufer kein gemeinsames Ziel vor Augen haben.
    Dir Vali, wünsche ich alles Gute!