#EineArmLänge und die Erwarungshaltung an den Staat. Ein Kommentar.

Nach den Vorkommnissen in der Silvesternacht hat Kölns Oberbürgermeisterin Reker während einer Pressekonferenz etwas unglücklich auf die Frage geantwortet, was Frauen denn für den Selbstschutz tun könnten. Unter anderem riet sie dazu, auf eine Armlänge Abstand zu denen zu gehen, die nicht Vertrauenswürdig seien.

Dies reicht, dass es in sozialen Medien kocht. Denn dreht man die Aussage um könnte das bedeuten, dass Frauen sich selbst schützen müssten und Männer zumeist trieb gesteuerte Grabbscher seien. Vielmehr müsse der Staat die Opfer schützen, Menschen sind grundsätzlich erst mal lieb und niemand sollte sein Verhalten oder sein Auftreten ändern müssen weil er bzw. sie befürchtet deshalb Opfer von Übergriffen zu werden.

Hey: Get real.

Ich muss mich meiner Umgebung ständig anpassen. Bei Kunden muss ich Anzug tragen. Im Schwimmbad eine Badehose. Die Menschen um mich herum zwingen mich dazu. Genauso zwingt mich meine Umgebung möglicherweise dazu, mich unauffällig (bzw. de-eskalierend) zu verhalten wenn ich Nachts unterwegs bin und auf eine Gruppe betrunkener halbstarker treffe. Warum? Weil andere Menschen nicht zwingend lieb sind. Weil es auch böse Menschen gibt. Und der der Staat bzw. die Polizei nicht immer und überall sein kann, ja gar nicht sein soll. Frauen sind hier anders gefährdet als Männer, weil es eben auch triebgesteuerte, böse Männer gibt.

Frau Rekers Hinweise sind nicht besonders hilfreich, ok. Aber falsch sind sie nicht.

Regt Euch ab.

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