Der Katastrophenschützer in mir
Wie man an der Statusbar erkennen kann, stehen bei uns einige Veränderungen an. Nachdem wir in eine größere Wohnung umgezogen sind beginne ich einige Sachen zu reflektieren und zu hinterfragen. Dabei spielt auch das eine größere Rolle, was ich in meinen bisherigen Jahren als ehrenamtlicher Helfer im Technischen Hilfswerk gelernt habe.
Unsere Welt scheint nahezu perfekt organisiert. Umso mehr, wenn man in einer Großstadt wohnt. Alles, was wir benötigen, können wir einfach bei entsprechenden Händlern tagtäglich kaufen. Oder wir bekommen es geliefert – wie Strom oder Wasser. Alle Abläufe in diesem Versorgungsystem sind hoch optimiert und auf deren Wirtschaftlichkeit angepasst. Es greifen darin so viele kleine Zahnräder ineinander, dass man kaum einen einfachen Überblick geben kann.
Allerdings reicht es aus, dass nur wenige Zahnrädchen in diesem System ausfallen und das gesamte System gerät in Gefahr. Bleiben wir doch mal bei der Lebensmittelversorgung und schauen uns an einem Szenario eine mögliche Entwicklung an.
Stromausfall.
Im persönlichen Bereich ist ein Stromausfall allein schon eine kleine Katastrophe. Die wenigsten werden noch eine funktionierende Heizung haben – denn selbst bei Zentralheizungen mit Gas- oder Ölfeuerung wird Strom für die Kesselelektronik und die Pumpen benötigt. Kochen dürfte auch schwer werden: die meisten haben entweder Strom betriebene Kochplatten oder Gaskochfelder die von einer Elektronik gezündet und kontrolliert werden. So ausfallsicher ein Gasherd auch erscheinen mag – die wenigsten modernen werden sich ohne Stromversorgung nutzen lassen. Warmes Wasser wird also eher ein Problem sein.
Im ersten Moment eher weniger gravierende Probleme verursacht der Ausfall der Wohnungsbeleuchtung. Viele haben Taschenlampen und Kerzen zu hause, mit denen man ein romantisches Licht erzeugen kann. Doch durch die verstärkte Nutzung von offenem Feuer muss man verstärkt Wohnungbrände (wie an Weihnachten) erwarten. Sollte es zu einem Feuer kommen, ruft man die Feuerwehr. Nur wie?
Telefonausfall.
112 wählen! Auf einem VoIP Telefon zu Zeiten von Stromausfall wird das nicht möglich sein. Die dazu benötigte Technik (Router, DSL-Modem etc.) benötigt Strom. Viele Provider (wie z.B. 1und1) liefern deren Kunden aber nur noch reine VoIP-Technik – und verzichten gänzlich auf das analoge Leitungssignal. Ähnliches gilt für ISDN-Telefone die eine externe Spannungsquelle benötigen. Glücklicherweise hat in Deutschland fast jeder ein Mobiltelefon. Kann man dieses Nutzen?
Zusammenbruch des Mobilfunknetzes
Fällt der Strom über längere Zeit aus (mehr als ein paar Stunden) wird auch das Mobilfunknetz zusammen brechen. Sendemasten haben zwar eine unterbrechungsfreie Stromversorgung mittels Batterien. Doch halten diese nur für kurze Zeit durch. Hinzu kommt die verstärkte Nutzung des Mobilfunknetzes wegen der Einschränkungen im Festnetz.
Wie können wir also den Brand melden? Früher gab es Brandmelder in sowohl in Gebäuden als auch öffentlich aufgestellte. Einige davon gibt es noch – es werden aber eher weniger. Zudem weiß kaum jemand wo der nächste Brandmelder zu finden ist. Was bleibt? Zur nächsten Feuerwache rennen. Wenn man weiß, wo – denn das Smartphone mit Internetzugang wird (s.o.) gar kein Internet zum nachschauen bieten. Und das eingebaute Smartphone-Navi kann die Routeninformation nicht mehr vom Navigationsserver laden. Übrigens: durch die schwierige und zeitaufwändige Brandmeldung können Brände schnell auf benachbarte Häuser übergreifen und ganze Häuserblocks entzünden.
Horrorszenario? Es geht weiter…
Der Stromausfall führt auch dazu, dass wir im Supermarkt nicht mehr einkaufen können. Deren Kassensysteme funktionieren nicht ohne Strom – und haben zudem keine Möglichkeit, per Hauseinspeisung Notstrom zu nutzen. Selbst wenn die Angestellten dann anfangen altmodisch mit Stift und Papier zu arbeiten (wer kann hier noch schriftlich rechnen?
) dürfte uns bald das Bargeld ausgehen. Bankautomaten funktionieren nicht, Schaltersysteme (so genannte AKT, Automatische Kassen Terminals) in Banken auch nicht. Vorsichtige Menschen die Bargeld in einem Bankschließfach lagern werden fest stellen müssen, dass moderne Bankschließfächer ohne Strom nicht zu öffnen sind.
Mal abgesehen vom Verkehrschaos und dem damit einhergehenden Zusammenbruch der Logistik (wodurch es in Supermärkten dann nichts mehr gibt): muss man erkennen, dass ein Stromausfall für unsere Gesellschaft die schlimmste eigen-verursachte Katastrophe darstellt.
Kommen zum Stromausfall noch Probleme in der Wasserversorgung hinzu – problematisch vor allem in Regionen, in denen die Wasserbeförderung Pumpen benötigt – können Notbrunnen zum Einsatz kommen. Zwar werden derzeit viele dieser neu gebaut, modernisiert oder instand gesetzt. Doch haben von diesen Brunnen einige derzeit einen Konstruktionsfehler: die nur elektrisch betreibbaren Pumpen hängen am öffentlichen Stromnetz. Fest – was eine einfache Notstromnutzung unmöglich macht.
Anlauf der Katastrophen-Hilfe
Nun könnte man sagen, dass all diese Probleme ja durch den Katastrophenschutz in Deutschland gelöst werden können. Und ja: das können sie auch. Aber es dauert einige Zeit, bis diese Hilfe anläuft und noch mehr Zeit, bis sie beim einzelnen Betroffenen auch wirklich ankommt. Ich persönlich rechne da mit 2-5 Tagen, je nachdem durch welche Ursache eine Katastrophe ausgelöst wird.
Wie kann man dem nun begegnen?
Zuerst einmal mit nüchterner Betrachtung. Sich zu viele Sorgen darum zu machen ist genauso falsch, wie das Thema völlig aus zu blenden. Ich gehe da ganz pragmatisch ran und sorge einfach für den Fall der Fälle vor – ohne mich deshalb verrückt zu machen.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat eine Broschüre aufgelegt, welche auch Listen zur Eigenbevorratung enthält. Der kann man, muss man aber nicht folgen. Hält man sich an die darin empfohlene Lagerhaltung ist man ständig dabei, die teilweise frischen oder nur relativ kurz haltbaren Lebensmittel zu erneuern. Gute Anhaltspunkte bietet diese Liste dennoch.
Ich habe mich daher entschieden einen “Eisernen Vorrat” an zu legen. Wobei das Wort ganz gut passt: denn in Dosen gelagertes hält Umwelteinflüssen sehr gut stand und ist zudem meistens lange haltbar. An Lebensmitteln halte ich daher für lohnend vor zu halten (für zwei Personen):
- Wasser
- 20 Liter Trinkwasser im randvoll gefüllten Kanister plus 6x 1,5 Liter Mineralwasser. Das Trinkwasser im Kanister muss man regelmäßig erneuern (eine Zeitangabe mache ich hier aber nicht).
- Brausetabletten zur Wasserdesinfektion (z.B. “AQUATABS”, aber selbst billige Magnesium-Brausetabletten haben durch deren Zusatzstoffe wie Zitronensäure einen ähnlichen Effekt)
- Lebensmittel
- 2 x Dosenbrot (gibt es im Campinggeschäften oder auch ab und an in Supermärkten)
- Knäckebrot (Packung)
- jeweils mind. 500g Nudeln, Reis, Zucker, Mehl, Haferflocken oder haltbares Müsli
- Pilze, Spargel, Tomaten, Mais, grüne Bohnen, rote Bohne, Erbsen, Möhren, Sauerkraut, Würstchen, Apfelmus, Früchte (Ananas, Pfirsich, Kirschen etc.), Nüsse, Rosinen oder Trockenpflaumen – alles im Glas oder besser Dose.
- Brotaufstrich in der Dose (Marmelade, Wurst, Fisch)
- Öl (Oliven-, Sonnenblumen- oder anderes haltbares Lebensmittelöl).
- Zubehör
- Verbandskasten plus kleine Hausapotheke (Mittel gegen Schmerzen, Durchfall, Fieber + Desinfektionsmittel)
- Campingkocher (Gas/Benzin), Feuerzeug + Streichhölzer
- Radio mit Batteriebetrieb inkl. Ersatzbatterie
- Taschenlampe inkl. Ersatzbatterien
- Kerzen, Teelichte
Legt man das einmal an braucht man sich einige Jahre nicht darum zu kümmern. Zum Ende der Haltbarkeit kann man die Lebensmittel einfach verbrauchen und das Fehlende ersetzen. Als Lagerort empfiehlt sich aus verschiedensten Gründen ein Mix aus Keller und Wohnung.
politische Forderungen
Natürlich beschäftigt mich das Thema auch politisch, wenngleich dann nicht das Hauptaugenmerk auf der Lebensmittelversorgung (da ist jeder für sich verantwortlich) liegt. Vielmehr konzentriere ich mich da auf die sog. “Kritische Informations- und Kommunikationsinfrastruktur” – wozu es bei den Piraten schon einen Antragsentwurf gibt.
iButton unter Linux benutzen
Nach einigem Hin- und her konnte ich einen Weg finden, wie man den iButton samt OneWireViewer unter Linux problemlos benutzen kann. Die folgende Beschreibung ist etwas technisch
Ich gehe bei der Beschreibung von einem aktuellen Ubuntu Linux Intrepid (8.10) i686 (=32bit) aus.
Grundlegendes
Der iButton ist ein kleines Batterie-Ähnliches Gerät, welches man zum Messen von Temperaturen nutzen kann. Es ist damit möglich sog. “Missionen” in Auftrag zu geben welche definieren, in welchem Zeitraum, in welchem Abstand und in welcher Genauigkeit Temparaturen gemessen und gespeichert werden. Das Gerät ist dabei Netz-Unabhänig und speichert je nach Ausführung und Einstellungen etwa 8000 Werte. Näheres dazu in der Wikipedia.
Hardware
Für meinen Aufbau habe ich folgende Geräte beim Fuchs-Shop erworben:
Beim Einstecken des USB-Adapters wird ein Gerät /dev/ttyUSB0 erzeugt. Das sollte man überprüfen bevor man weiter macht. (einfach in /var/log/syslog schauen, dmesg benutzen oder in das Verzeichnis /dev schauen). Das iButton OneWireKabel steckt man in diesen Adapter hinein, der iButton wird dann wiederrum in das Kabel eingesteckt.
Java-installation
Für den OneWireViewer (=Software zum Auslesen des iButtons) muss man sich Java installieren. Das geht mit Ubuntu sehr einfach mittels Packetinstallation auf der Konsole:
sudo apt-get install java-common sun-java6-bin sun-java6-jre sun-java6-plugin sun-java6-jdk
Die Abhängigkeiten muss man mit installieren.
Wichtig ist hier vor allem, dass Sun Java installiert wird – es gibt zahlreiche andere Packete die auch Java-Support bieten. Der OneWireViewer funktioniert aber leider nur mit den Java-Versionen von Sun! (nicht IBM, nicht GCJ!). Sämtliche andere Java-Versionen sollte man vom System entfernen, sonst gibt es zumindest Probleme beim automatischen Start. Weiteres dazu auch im Ubuntuusers-Wiki.
rxtx – Treiber – deb installation
In den Quellen von Debian und Ubuntu gibt es das Packet “librxtx-java”. Einfach mittels “apt-get install librxtx-java” installieren. Dann kann man sich die manuelle Installation sparen.
rxtx – Treiber – Manuelle Installation
RXTX ist ein Treiber für das iButton-Lesegerät, welches man sich installieren muss. Er besteht vereinfacht gesagt aus zwei Teilen: einem Hardware-Treiber (.so) und einer Java-Komponente (.jar) damit der OneViewerViewer mit dem Lesegerät sprechen kann.
Um es sich zu installieren lädt man sich die letzte RXTX-Version (2.1.x) im Quelltext (src) von dieser Seite herunter. In meinem Fall war das rxtx-2.1-7r2.zip.
Nun wechselt man das in das Verzeichnis, in dem man das Zip-Archiv gespeichert hat und geht in etwa folgende Schritte durch:
unzip rxtx-2.1-xx
cd rxtx-2.1-xxx
./configure
make install
Vorher muss man allerdings dafür gesorgt haben, dass man Software auf seinem System selbst kompilieren kann – man braucht zumindest make, gcc und deren (viele) Abhängigkeiten.
Das ganze ging bei mir schief, es kam ein Fehler:
libtool: install: `i686-pc-linux-gnu/librxtxRS485.la’ is not a directory
Try `libtool –help –mode=install’ for more information.
make: *** [install] Fehler 1
Man kann dem aber nachtreten, in dem die erzeugten zwei Dateien manuell ins richtige Verzeichnis kopiert werden. Man benötigt eigentlich nur
- RXTXcomm.jar
welche ich mir in /usr/lib/jvm/java-*/lib/ kopiert habe. Durch die installation von JRE und JDK auf meinen PC (siehe Java-Installation oben) gibt es unter /usr/lib/jvm/ zwei java-verzeichnisse, in beide ‘lib’ Unterverzeichnisse habe ich mir die Datei hinein kopiert.
Diese findet man in dem Verzeichnis von dem aus man “make” eingegeben hat. - librxtxSerial.so
in /usr/lib. Mittels ‘ldd’ kann man noch die generelle Lauffähigkeit und eventuell fehlende Abhängigkeiten prüfen.
Diese Datei befindet sich vom Verzeichnis i686-pc-linux-gnu/.libs/ .
OneWireViewer starten
Nachdem man die Hardware zusammen gesteckt hat (s.o.) und die Installation abgeschlossen ist, kann man den OneWireViewer starten. Er sollte ohne Installation mittels JavaWebStart aufgehen: OneWireViewer starten.
Startet der Viewer gar nicht erst, muss man seine Java-Installation überprüfen. Siehe oben.
Nach dem Start fragt die Anwendung nach dem entsprechenden Anschluss. In meinem Fall ist dies /dev/ttySUSB0. Die restlichen Fragen kann man erstmal einfach mit “Weiter”/”Next” übergehen
Mir bekannte Fehlerquellen
- “NullPointException” –> der RXTX-Treiber funktioniert nicht oder wird nicht gefunden. Siehe auch oben…
- Could not open port … –> evtl. muss der COM-Port andere Lese-Rechte bekommen. Den OneWireViewer einfach mal als Root starten (sudo).. wenn es dann geht, kann man mittels chmod die Schnittestellen-Berechtigungen setzen. Achtung: das setzt sich bei jedem Start zurück!
- Das Adapter-Kabel wird gar nicht erkannt: Nehmt den iButton beim Start raus. Startet der Viewer dann, ist der iButton evtl. defekt. Zum nachprüfen bei gestartetem Viewer den iButton einstecken – geht dann auch die Verbindung mit dem Adapter verloren, ist der iButton wirklich defekt (=Kurzschluss-Effekt). Gleiches gilt, wenn der Viewer Fehler beim RTC (Uhr) Einstellen meldet.
- mit RXTX 2.2 (beta) scheint das ganze zwar auch zu funktionieren, ich bekomme aber ab und an Fehlermeldungen wenn ich Missionen aktivieren will.
Wie man von hier aus weiter macht, beschreibt recht gut dieses Blog.
Über Anregungen, Hinweise oder Verbesserungen würde ich mich freuen – nutzt dazu einfach die Kommentar-Funktion.

iButton Linux Screenshot
Ak-Vorrat Workshop auf dem 25c3
Der AK Vorrat gibt sich heute (28.12.) beim 25c3 im Raum C04 die Ehre
Start ist um 20:30h.
Wir wollen da ein klein wenig über unsere Aktivitäten erzählen, so zu sagen ein “Was war, was wird”, darüber aufklären wer nun wirklich was ab 01.01.2009 Speichern muss – aber und vorallem auch Eure Ideen hören wie wir in Zukunft weiter machen können und sollten.



