BGE: ein paar Fragen

(Ich finde es unerträglich, dass der Bundesvorstand der Piratenpartei Deutschland eine Demo unterstützt, die sich für ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) ausspricht. Mit fadenscheinigen Argumenten, mit denen man jedwede Aktion zu fast allen Themen unterstützen könnte. Aber nun gut, das Thema BGE ist heiß und ich habe ein paar Fragen dazu.)

Denn sich mit dem Thema zu beschäftigen ist hoch-interessant, ich empfehle zum Einlesen einfach nur den Wikipedia-Artikel und die jeweiligen Artikel dort zu den verschiedenen Modellen. Besonders die beiden Bürgergeld-Modelle erscheinen mir übrigens besonders interessant weil sie mir noch halbwegs umsetzbar erscheinen (liberales bzw.  solidarisches Bürgergeld).

Nun aber zu den Fragen/Thesen, die ich bitte schlüssig zu widerlegen:

1. Gebe ich jedem in einer Volkswirtschaft z.b. 1000eur gehe ich davon aus, dass diese 1000eur sehr schnell nichts mehr wert sein werden. Produkte und Dienstleistungen werden in einem Finanzsystem (in Idealfall) mit Geld bezahlt, was andere auch wiederum für Produkte oder Dienstleistungen bekommen haben. Bekommt nun jederman 1000eur „einfach so“, werde ich für diese tausend Euro so viel bekommen, wie ich heute für Null Euro bekomme: nichts.

2. In keinem (mir bisher bekannten) Modell wird Erwerbsarbeit abgeschafft. Wenn aber Produktivität bzw. Wertschöpfung benötigt wird, um das BGE zu finanzieren, ändert das BGE eigentlich nichts? So wie Rührkuchen, am Ende ist es immer eine schleimig-klebrige Masse…

3. Damit ein BGE funktioniert, muss es entweder Weltweit gleichzeitig eingeführt werden oder es müssen Grenzen verschlossen werden. Führt man also z.B. in Deutschland ein BGE ein, muss Zuwanderung extrem restriktiv gehandhabt werden. Was mich zu einer sehr provakanten These führt: was unterscheidet das dann von nationalsozialistischen Bestrebungen? 😉

4. Um BGE-Befürworter zu sein/werden, muss man daran glauben, dass Menschen weiterhin ähnlich produktiv sein werden als wenn sie das BGE nicht beziehen würden? Damit das System funktioniert muss ja weiterhin Wertschöpfung betrieben werden, sonst wäre weder Geld da um das BGE zu finanzieren noch Produkte vorhanden damit Menschen sich ernähren können.

5. Das BGE beseitigt nach den Punkten 3+4 ja auch gewisse Zwänge, von denen sich die Gesellschaft befreien könne. Wer erledigt aber mit einem BGE noch die Aufgaben, die „nicht so viel Spaß“ machen? Ohne jetzt einige Berufe abwerten zu wollen, aber es gibt sicherlich genügend Arbeitsfelder in denen das Personal nur arbeitet, weil es das Geld braucht. Diese Aufgaben müssen aber erledigt werden, man denke da nur an die Müllabfuhr, Kanalreinigung oder die Buchhaltung einer Bank 😉

Ich habe zwar noch mehr Fragen, aber ich glaube das genügt erst einmal.

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