Lensfun 0.3.2 on Ubuntu Xenial 16.04

After Thorsten Bronger processed a calibration upload of mine (thanks a lot!), I needed to update lensfun on my Ubuntu 16.04 from 0.2.8 to 0.3.2. It looks like there is no PPA providing this version, so I installed it by myself. But there is a nasty trick I had to do which I would like to share. Maybe someone knows a clean way 😉

Please see Update below, manual steps not necessary.

All commands are run as root (so execute „sudo bash“ before in terminal).

  1. install build dependencies

    aptget builddep liblensfun0

  2. remove installed lensfun version (keep all dependent packages)

    dpkg -r –force-all liblensfun0 liblensfun-data

  3. Download lensfun and extract
  4. in terminal, create a sub-directory inside the extrated lensfun folder and change into it

    mkdir cmake_build
    cd cmake_build

  5. prepare cmake

    cmake -DCPACK_BINARY_DEB:BOOL=ON -DCMAKE_INSTALL_PREFIX:PATH=/usr ../

  6. compile and make package

    make
    make package

  7. install created deb package

    dpkg -i <generated package name>.deb

  8. retrieve lens updates by running

    lensfun-update-data

Now, the package is installed and has the new lens data. But darktable did not actually recognize it – the lens correction module was simply missing. I spent a couple of hours, different other installation ways (e.g. using checkinstall to create the deb package) but it simply didn’t work out. I ended in using a „hack“. Liblensfun.so.0.3.2 is installed in /usr/lib/x86_64-linux-gnu. It looks like darktable expects to have the lensfun lib simply in /usr/lib. So I created a symlink:

cd /usr/lib
ln -s x86_64-linux-gnu/liblensfun.so.0.3.2 liblensfun.so.0

(if you have the original lensfun package still installed, just move the existing symlink to something like liblensfun.so.0.orig)

This way, darktable uses the new lensfun lib and has my lens listed. If anyone knows what to change or what I have done wrong, I would highly appreciate any comments 🙂

Update: I created a PPA where I backported liblensfun 0.3.2 and darktable (currently 2.0.7) to Ubuntu 16.04 (Xenial). Feel free to try, but please keep in mind this is only a backport-ppa for testing purposes.
https://launchpad.net/~validom/+archive/ubuntu/ppa

Veröffentlicht unter Linux | Kommentare deaktiviert für Lensfun 0.3.2 on Ubuntu Xenial 16.04

Rede auf Demo Freiheit statt Angst, 26.05.2016 in München

Auf der morgigen Demo „Freiheit statt Angst“ gegen Überwachung in München (Start 13:30h am Stachus) werde auch ich eine kleine Rede halten. Hier könnt ihr meinen Entwurfstext lesen und kommentieren, ich freue mich über Anregungen.

Hallo ihr Gefährder!

Nachdem letzte Woche die Bundesregierung den USA vollen Zugriff auf alle Daten gegeben hat, können wir uns endlich sicherer fühlen!

Nun können auch in Deutschland lebende Gefährder mit Drohnen gejagt und ermordet werden.

Also ich fühl ich schon viel sicherer! So sicher!
Der Verfassungsschutz wird uns schon beschützen!

Schließlich wissen die ja über die Praktiken der US-Abhöhrmaßnahmen. Jedenfalls genauso viel wie wir durch Snowden. Viel mehr auch nicht, jedenfalls hat der Leiter der Spionageabwehr Herr Wingerath der Zeit gesagt, dass sie von den Methoden überrascht waren.

Da fühlt man sich doch schon viel sicherer!

Weil es so viel Terrorismus in Deutschland gibt, legt die Bundesregierung sogar noch eins oben drauf. Mit dem neuen Anti-Terror-Paket werden Sicherheitsgesetze wieder verschärft.

Mehr und einfachere Bestandsdatenauskunft bei Providern, keine Prepaid-Handykarten mehr ohne Ausweis, mehr Datenaustausch mit Geheimdiensten und noch längere Speicherfristen.

Ganz nebenbei noch die Verschärfung des Providerprivilegs bis hin zu seiner Abschaffung.

Das Providerprvileg garantiert eigentlich den neutralen Transport von Informationen im Netz. So wie der Briefträger nicht für die Briefe die er ausstellt haftbar gemacht werden kann. Genauso dürfen Provider auch nicht für die von ihnen transportierten Inhalte haftbar gemacht werden.

Aber unter dem Label der Freiwilligkeit wird Zensur in Facebook und Foren durchgesetzt. Wer dann nicht zensiert wird für die Inhalte haftbar gemacht. Also nix mit Freiwilligkeit. Zensursula und die Contentmafia lassen grüßen. Die Urheberrechts-Lobby freut sich und der freie Meinungsaustausch im Netz wird weiter eingeschränkt.

Da könnte uns höchstens noch der Europäische Gerichtshof helfen, wenn das Urteil zur Störerhaftung in offenen WLAN kommt. Der Kläger ist übrigens heute dabei und stellt die ganze Technik hier. Kalle wo bist Du? Mal einen Applaus für ihn, er macht da echt was durch!

Liebe Freunde,

der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung wird in diesem Jahr 10 Jahre alt. Genauso lange kämpfe ich für Freiheit im Netz und gegen Überwachung.

Wir haben viel erreicht. Aber nicht genug. Ich hab das Gefühl, viele sind Müde geworden. Sehen nach Snowden oder der Wiederauflage der Vorratsdatenspeicherung kein Land mehr. Viele haben den Mut verloren.

Dabei gilt wie vor 10 Jahren auch der gleiche Grundsatz, den der AK Vorrat sich auf die Fahnen geschrieben hat.

Ich zitiere:

Die Souveränität des Menschen über seine Daten
ist Voraussetzung für die Wahrnehmung seiner Freiheit.

Die Souveränität des Menschen über seine Daten ist Voraussetzung für die Wahrnehmung seiner Freiheit.

Der Schutz persönlicher Daten ist in unserer modernen Welt unverzichtbar für die Integrität und Eigenständigkeit der Persönlichkeit eines jeden Menschen. Deshalb ist für uns der Schutz persönlicher Daten ebenso wichtig wie der Schutz der körperlichen Unversehrtheit.

Das stammt aus der Kasseler Vision des AK Vorrat, die 2008 von hunderten Aktivisten unterschrieben worden ist.

Doch das Gegenteil ist seitdem passiert. Datenbanken mit persönlichen Informationen werden immer größer und besser verknüpft. Dabei ist egal wo die Datenhalden stehen: bei Firmen oder dem Staat. Denn der Staat holt sie sich im Zweifel alle. Wo ein Trog ist, sammeln sich die Schweine.

Haben wir verloren? Nein!

Wir stehen erst am Anfang der Informationsgesellschaft, am Anfang der digitalen Gesellschaft. Wir müssen allen erklären, dass in einer Informationsgesellschaft der die größte Macht hat, der die meisten Informationen hat. Dass diese Informationen genutzt werden, um Macht auf Menschen auszuüben. Auf Dich und mich. Diese Fremdbestimmung ist das Problem.

Der einzig wirksame Schutz davor ist Datenschutz. Und der einzig wirksame Datenschutz das nicht speichern von Daten. Nur Daten die nicht gespeichert sind, sind sichere Daten.

Das zu erklären müssen wir alle tun. Nicht nur hier auf der Demo. Fangt bei Eurer Familie an. Setzt ein Zeichen, in dem ihr nicht Datenschleudern wie Whatsapp, Facebook und andere nutzt sondern auf datensparsame und sichere Werkzeuge hinweist. Die gibt es. Erklärt den Leuten warum.

Sie werden es anfangs nicht verstehen. Aber einige Denken dann doch nach und dann werden es mehr. Dann werden es viele.

Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.

Hat wohl mal Ghandi gesagt.

Das Ändern von Verhältnissen dauert lange. Bei der Atomkraft hat das Jahrzehnte gedauert. Lasst uns heute wieder neu Anfangen die Verhältnisse der Überwachung in Frage zu stellen. Lasst uns aufwachen und wieder mutig für Freiheit im Netz und gegen Überwachung kämpfen.

Freiheit statt Angst !

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

Steinbach und das Mädchen

Erika Steinbach, MdB der CDU, hat einen Tweet abgesetzt, über den sich jetzt viele aufregen. Zu recht. Was sie meint ist: Deutschland „überfremde“ sich. Im Originalbild (hier nur geschnitten) steht darüber die Frage: „Deutschland 2030?“.

CcZ1QshUsAEUyuA

Schaut man aber mal genau hin – was seht ihr? Ich sehe ein kleines Kind, umringt von liebevollen, hilfsbereiten Menschen die das Kind höchstens süß finden. Das Kind mag jetzt von der Menge an Menschen überfordert sein, aber insgesamt ist das keine bedrohliche Situation.

Selbst die Antwort auf die Frage „Deutschland 2030?“ ist nicht bedrohlich. Die Antwort kann nur lauten: ja, und? Die Mode in den 80iger war auch schräg 😉 In einer globalisierten, vernetzten Welt sind verschiedene kulturelle Identitäten sogar ein riesiger Vorteil. Das mit den Grenzen öffnen hab ich vor kurzem erst erläutert.

Interessant ist dann noch die Reaktion von Ihren Bundestagskollegen anderer Fraktionen. Das Bild wird oft als rassistisch bezeichnet – nur merken die Zitatgeber dann nicht, dass sie selbst in die Rassismus-Falle getappt sind. Wer sich über Rassismus beschwert, für den sollten die farblichen Unterschiede auf dem Bild in den Hintergrund treten.

 

Veröffentlicht unter Politik | Kommentare deaktiviert für Steinbach und das Mädchen

Grenzen öffnen!

Kurzer Kommentar von mir zur aktuellen Flüchtlingsdebatte.

Deutschland und Europa hat seinen Reichtum mit der Ausbeutung anderer Weltregionen aufgebaut und erhält sie weiterhin. Ein Blick auf unser Außenhandelsdefizit genügt, um das zu erkennen. Wer geglaubt hat, in einer vernetzten, globalisierten Welt dauerhaft auf einer Insel des Wohlstands wohnen zu können, ohne das die Ausgebeuteten etwas abhaben wollen, irrt.

Wer Grenzen schließt, gefährdet den Wohlstand. Unser Wirtschaftssystem wieder ins nationale Korsett zu zwängen ist gefährlich, kostet hunderte Milliarden Euro und wird zu steigender Arbeitslosigkeit führen. Grenzen und Nationalstaaten sind etwas aus dem vergangenen Jahrtausend. Vernünftig wäre, die Grenzen zu öffnen und die Anpassung hin zu einer globalen, multi-minoritäten Gesellschaft möglichst schnell durchzumachen. Also eine Gesellschaft, in der es keine Mehrheitskultur mehr gibt. So können wir es schaffen, dass Ausgrenzung gar nicht mehr möglich ist (siehe Hawaii oder Indien). Ich sage nicht, dass es dann keine Probleme mehr gibt. Aber die Probleme wären kleinteiliger und luxuriöser.

Wenn wir darüber sprechen, Wohlstand zu erhalten, müssen wir zuerst Wohlstand schaffen – für alle, nicht nur in Europa. Wohlstand führt zudem empirisch zu friedlicheren Gesellschaften, denn Leute die etwas zu verlieren haben greifen nicht zu Waffen.

Also: Grenzen auf! Alles andere dürfte schmerzhafter sein, als einen unabwendbaren Prozess zu begrüßen und damit gestaltbar zu machen.

Veröffentlicht unter Politik | Kommentare deaktiviert für Grenzen öffnen!

#EineArmLänge und die Erwarungshaltung an den Staat. Ein Kommentar.

Nach den Vorkommnissen in der Silvesternacht hat Kölns Oberbürgermeisterin Reker während einer Pressekonferenz etwas unglücklich auf die Frage geantwortet, was Frauen denn für den Selbstschutz tun könnten. Unter anderem riet sie dazu, auf eine Armlänge Abstand zu denen zu gehen, die nicht Vertrauenswürdig seien.

Dies reicht, dass es in sozialen Medien kocht. Denn dreht man die Aussage um könnte das bedeuten, dass Frauen sich selbst schützen müssten und Männer zumeist trieb gesteuerte Grabbscher seien. Vielmehr müsse der Staat die Opfer schützen, Menschen sind grundsätzlich erst mal lieb und niemand sollte sein Verhalten oder sein Auftreten ändern müssen weil er bzw. sie befürchtet deshalb Opfer von Übergriffen zu werden.

Hey: Get real.

Ich muss mich meiner Umgebung ständig anpassen. Bei Kunden muss ich Anzug tragen. Im Schwimmbad eine Badehose. Die Menschen um mich herum zwingen mich dazu. Genauso zwingt mich meine Umgebung möglicherweise dazu, mich unauffällig (bzw. de-eskalierend) zu verhalten wenn ich Nachts unterwegs bin und auf eine Gruppe betrunkener halbstarker treffe. Warum? Weil andere Menschen nicht zwingend lieb sind. Weil es auch böse Menschen gibt. Und der der Staat bzw. die Polizei nicht immer und überall sein kann, ja gar nicht sein soll. Frauen sind hier anders gefährdet als Männer, weil es eben auch triebgesteuerte, böse Männer gibt.

Frau Rekers Hinweise sind nicht besonders hilfreich, ok. Aber falsch sind sie nicht.

Regt Euch ab.

Veröffentlicht unter Politik | Kommentare deaktiviert für #EineArmLänge und die Erwarungshaltung an den Staat. Ein Kommentar.

Hört auf von Krieg zu sprechen

Nach den furchtbaren Terroranschlägen in Paris und anderswo begegnet einem wieder immer mehr die Formulierung „Krieg“ gegen den IS, Krieg gegen den Terror oder ähnliche.

Wer in dem Zusammenhang das Wort Krieg benutzt, sorgt über kurz oder lang auch dafür, im Krieg zu sein. Krieg nimmt immer eigene Verluste in Kauf. Nicht nur unter Soldaten, denn diese werden ja nur von einer Gesellschaft, die sich im Krieg befindet, als Waffe benutzt. Vielmehr muss klar sein, dass Krieg immer auch Verluste in der Zivilbevölkerung in kauf nimmt, ja in kauf nehmen muss. Im Fall des IS ist sogar absehbar, dass es diese in Form von Anschlägen auch in Deutschland geben wird – falls wir uns an einem „Krieg“ beteiligen.

Kurzum: hört auf, es Krieg zu nennen. Ich bevorzuge Verbrecherjagt.

 

Veröffentlicht unter Politik | Kommentare deaktiviert für Hört auf von Krieg zu sprechen

Am KiTa-Streik verdienen die Kommunen

Beide meiner Kinder besuchen städtische Kindertagseinrichtungen – wir sind also vom Streik betroffen. Für die beiden letzten Warnstreiks haben wir noch Lösungen gefunden und derzeit haben wir Glück, denn zufällig streiken beide Einrichtungen (noch) nicht mit. Das kann sich aber jederzeit ändern.

Obwohl wir also vom Streik betroffen sind, stehe ich voll hinter den Zielen des Streiks. Dass „Arbeit mit Menschen“ weniger gut bezahlt wird als „Arbeit mit Gütern“ habe ich noch nie verstanden. Und wie sich eine Erzieherin in München mit diesem Gehalt selbst Kinder leisten können soll, kann ich mir kaum vorstellen.

Also alles gut beim Streik? Nein. Die Kommunen, also derzeit auch die Stadt München, „verdient“ (oder besser: spart) während des Streiks eine Menge Geld. Erstens müssen Eltern trotz geschlossener Einrichtungen weiter Gebühren zahlen, sofern die Einrichtung nicht mindestens ununterbrochen 5 Tage lang streikt. Zweitens bezahlt die Stadt während des Aussstands dem streikendem Personal kein Gehalt, und zwar auch dann, wenn weniger als die o.g. fünf Tage gestreikt wird. Die Stadt könnte sich sozusagen ruhig zurück lehnen und verkünden: streikt ihr mal, wir sanieren derweil den Haushalt ein Stückchen mehr.

Das ist so schreiend ungerecht, dass ich hier was tun will!

Man stelle sich vor, die Bahn oder die Lufthansa streikt mal wieder und die schon bezahlten Tickets würden bei Reiseverzicht nicht erstattet. Genauso verhält sich das gerade beim KiTa-Streik!

Falls lesende Interesse haben, sich an der Stelle auch zu engagieren, meldet Euch bitte bei mir. Entweder über die Kommtarfunktion oder via Kontakt.

Update: Die Stadt erstattet dann Besuchs- und Essensgebühren während des Streiks, wenn eine Einrichtung mindestens 5 Tage oder länger ununterbrochen streikt. (Quelle) Also weder bei den vergangenen Warnstreiks und bei Wochen mit Feiertag (z.B. diese Woche) auch nicht, weil es ja nur 4 Tage sind. Man mag nun meinen, das sei ja nicht viel Geld. Doch ein städt. Krippenplatz in München kann leicht 25eur am Tag kosten.

Veröffentlicht unter Politik | Kommentare deaktiviert für Am KiTa-Streik verdienen die Kommunen

Veranstaltungshinweis: Demokratie 2.0 – München 25.02.2015 um 19h

„Demokratie 2.0 – die Zukunft der Kommunalpolitik in der digitalen Welt“.  Unter diesem Titel findet am Mittwoch 25.02.2015 um 19h im Festsaal des Landratsamtes München statt. Neben Jimmy Schulz werde auch ich auf dem Podium sitzen.

Digitalisierung und globale Vernetzung verändern unser aller Leben nachhaltig. Das macht vor dem Kinderzimmer ebenso wenig Halt wie vor der Politik. Vom Bundestag bis in den Gemeinderat verändern sich politische Prozesse. Aber was bedeutet dies konkret vor Ort? Welche Vorteile bringen neue Möglichkeiten der Partizipation? Welche Herausforderungen stellen sich für Bürger und Politiker, welche für die Verwaltung? Wie kann so etwas in der Praxis aussehen und welche Chancen für die Bürgerbeteiligung könnten auch kommunal ergriffen werden?

Diesen Fragen wollen Internetaktivist Roland Jungnickel  und Kreisrat Jimmy Schulz nachgehen. Neben Inhalten warten auch kleine Snacks auf die Besucher.

Über Jimmy Schulz:
Kreisrat Jimmy Schulz ist seit über 20 Jahren Internetunternehmer. Bereits damals beschäftigte er sich im Rahmen seines Studiums der politischen Wissenschaften mit Theorien der Demokratie in der digitalen Welt. Als Mitglied des 17. Deutschen Bundestages (2009-2013) war er als Obmann in der Internet Enquete maßgeblich an der Einführung der Bürgerbeteiligungsplattform enquete-beteiligung.de beteiligt.

Über Roland Jungnickel:
Als Internetaktivist baute Roland Jungnickel den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung mit auf, hatte verschiedene Vorstandspositionen innerhalb der Piratenpartei inne und ist Mitglied bei DigitalCourage, EFF und AK Vorrat. In diesem Rahmen beschäftigt er sich seit 2003 mit den Chancen und Herausforderungen durch Digitalisierung und Wissensgesellschaft.

Zeit: Mittwoch, 25.02.2015, 19h.
Ort:
Festsaal des Landratsamtes München, Mariahilfplatz 17, 81541 München. (Parkplätze auf der Fläche der Auer Dult ausreichend vorhanden oder per Tram 17 Mariahilfplatz)
Anmeldung: Aufgrund der Räumlichkeiten ist eine Anmeldung erforderlich. Bitte senden Sie hierfür eine Email an kreistag@tobias-thalhammer.de oder klicken Sie auf „Zusage“ auf Facebook. Veranstalter ist die FDP Kreistagsfraktion.

Veröffentlicht unter Politik, Veranstaltungen | Kommentare deaktiviert für Veranstaltungshinweis: Demokratie 2.0 – München 25.02.2015 um 19h

Meinungsfreiheit und Religionskritik

Je suis charlie! Was da in Frankreich passiert ist und noch passiert ist eine abscheuliche Gräueltat und durch nichts zu rechtfertigen. Ich hoffe, dass die Täter schnellstmöglich festgenommen werden und sich vor einem ordentlichen Gericht verantworten müssen. Den Angehörigen der Opfer gehört mein Mitgefühl. Selbstverständlich muss es in unserer Gesellschaft erlaubt sein,  Meinungs- und Pressefreiheit auch so auszuüben wie es Charlie Hebdo getan hat und sicher noch weiter auf die Spitze treiben wird.

In der medialen Diskussion habe ich derzeit aber den Eindruck, dass Meinungs- und Pressefreiheit als Grundrecht unantastbar seien, dass eine Zeitung sich alles erlauben dürfe. Ja: kein Gesetz, keine Vorschrift darf Meinungs- und Pressefreiheit einschränken. D.h. aber nicht, dass jede Äußerung auch mit Vernunft oder gesellschaftlichen Übereinkünften (aka „Moral“) zusammen geht. Meinungsfreiheit hat Grenzen, sogar grundgesetzliche Grenzen.

Es ist mir klar, dass ich im Folgenden eine schwer vermittelbare Position erläutern möchte. Liberale Positionen sind immer schwer vermittelbar. Mich beschäftigt dies so sehr, dass ich es mit Euch diskutieren möchte.

Nehmen wir einmal an, ein Journalist, ein Karikaturist oder anderer Künstler nehme nicht eine durch Religion bestimmte Gruppe zum Anlass von Kritik und Häme – sondern eine durch sexuelle Orientierung, eine Hautfarbe oder andere Merkmale bestimmte Gruppe. Der gesellschaftliche Aufschrei wäre groß. Zu recht. Natürlich darf dies trotzdem keine Rechtfertigung für Tod und Terror sein. Dennoch: vernünftig wäre solche Kritik nicht.

Die religiöse Einstellung eines Menschen gehört für viele zu ihrer Identität, zu ihrer Person selbst. Genauso wie es die Hautfarbe oder sexuelle Orientierung ist. Wird daran Kritik geübt, wird die Person als Mensch selbst in Frage gestellt. Christen sind durch ihren Glauben aufgefordert das hinzunehmen, andere Religionen mögen das anders handhaben (ich weiß es nicht). Aber jeder würde verstehen, ja sogar fordern, dass Personen die wegen ihrer Hautfarbe in Frage gestellt werden, sich wehren. Natürlich nicht mit Tod und Terror – aber mit klaren friedlichen Signalen.

Sprechen wir Muslimen ab, sich (friedlich) gegen Kritik und Häme an ihrem Glauben zu wehren? Wenn ich mir die Medien anschaue glaube ich: ja. Wie ein Mantra wird von immer mehr muslimischen Vertretern gefordert zu sagen, dass solche Kritik in einer Demokratie doch wohl möglich sein müsse.  Natürlich ist sie nicht verboten. Sollte sie auch nicht sein. Aber gut finden? Nein, das müssen sie sicher nicht.

Für mich sind Bildung von muslimischen extremistischen Verbrechergruppen und deren Taten nicht wirklich überraschend. Wenn sich eine große Gruppe, also hier Millionen von Menschen, durch Kritik und Häme in ihrer Ehre verletzt sehen, wird es 0,0000000irgendwas Prozent an idiotischen, dummen Leuten in dieser Gruppe geben die solche oder andere abscheuliche Taten anrichten.

Dass diese Taten nun durch andere Idioten (Anführer der Pegida, AfD und co.) genutzt werden, um noch mehr verallgemeinernde Religionskritik zu üben, wird die Anzahl der Extremisten sicher nicht kleiner machen.

Meinungs- und Pressefreiheit muss in Verantwortung und Respekt vor anderen Menschen genutzt werden. Wenn es für eine Religionsgemeinschaft eine Beleidigung ist, ihren Gott überhaupt zu zeichnen, dann halte ich es für klug, es auch nicht zu tun. Erst recht nicht in beschämender Weise. Multikulturelles und multireligiöses Zusammenleben ist nur möglich, wenn man den anderen Menschen auch samt seiner Religion respektiert. Und ja, „Anti-Theisten“ (also Leute, die Religionen bekämpfen) sind an der Stelle besonders verantwortlich.

Mir ist ein friedliches, respektvolles Zusammenleben wichtiger als irgendwelche Karikaturen. Das bedeutet nicht, dass Gewalt in irgendeiner Art zu rechtfertigen wäre. Nein, wir als Gesellschaft müssen uns da klar dagegen zu Wehr setzen. Doch sind Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit gleichrangige Grundrechte und um Ende steht das Recht auf Leben über allen anderen Grundrechten.

Veröffentlicht unter Allgemein, Politik | 1 Kommentar

PIRATEN klagen für freies WLAN / 10. Juli 2014, um 14:30 Uhr

München – Das Landgericht München verhandelt am Donnerstag, 10. Juli, in Sachen WLAN-Haftung.

Der Kläger ist Tobias Mc Fadden, Mitglied der Piratenpartei und Gemeinderatsmitglied in Gauting bei Starnberg. Er betreibt ein offenes WLAN als Internetzugang für Geschäftspartner und Besucher. Die Klage wird von der Piratenpartei unterstützt.

Im konkreten Fall geht es um einen Abmahn-Versuch der Kanzlei Walldorf-Frommer für ihren Klienten Sony Music und den Vorwurf, der Kläger habe illegal Musikstücke zum Tausch angeboten. Mit der negativen Festellungsklage wehrt sich der PIRAT gegen diesen Vorwurf, weil er als Zugangsanbieter und damit Provider nicht für die über den Anschluss übermittelten Inhalte verantwortlich ist.

Vielmehr ist ein Zugangsanbieter nicht verpflichtet, Maßnahmen zur Vorbeugung oder Verhinderung etwaiger Verletzungen von Rechten Dritter zu treffen. Würde ein Zugangsanbieter dies tun, wäre nicht nur die Netzneutralität eklatant verletzt. Eine Auswahl der Inhalte, die über einen Anschluss übermittelt werden, würde den Betreiber sogar erst recht haftbar für die Inhalte machen, die darüber übermittelt werden.

„Niemand käme auf die Idee, die Post zu verklagen, weil sie Briefbomben übermittelt. Niemand käme auf die Idee, die Telekom für Bombendrohungen, die aus ihren Telefonzellen übermittelt wurden, in Haftung zu nehmen. Deshalb ist die Idee, einen Zugangsanbieter eines absichtlich offenen WLAN für die Inhalte haftbar zu machen, die darüber gesendet werden, kompletter Unfug“.

Die Verhandlung findet statt am Donnerstag, 10. Juli 2014, um 14:30 Uhr im Sitzungssaal 501 des Landgerichts München, 5. Stock, Lenbachplatz 7. Die Verhandlung ist natürlich öffentlich.

Veröffentlicht unter Netzwelten, Piraten, Politik | 1 Kommentar